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Russischer Thinktank - „Die neue Weltordnung: ‚Great Reset‘ oder ‚Global Concert‘?“

Europa
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Der russische Thinktank Russtrat hat eine sehr bemerkenswerte Analyse der aktuellen geopolitischen Situation veröffentlicht, die in Deutschland nicht erarbeitet werden könnte, weil es in Deutschland zu viele Denkverbote gibt, die es verhindern, eine solche Analyse zu erarbeiten.

Die russische Analyse lässt einen deutschen Leser einige Male erblassen und tief durchatmen, weil darin vieles steht, was man in Deutschland kaum denken oder sagen darf, wenn man nicht Gefahr laufen will, dass einem alle möglichen Vorwürfe gemacht werden. Wer in Deutschland von „weltweiten Eliten“ spricht, die die Welt lenken, der gilt mindestens als Verschwörungstheoretiker. Und wenn in dem Text dann noch irgendwo das Wort „Jude“ vorkommt, dann ist es nicht mehr weit bis zum Vorwurf des Antisemitismus. Die Diskussionskultur in Deutschland ist längst zu einer Diskussionsverhinderungs-Kultur geworden.

Bei den geopolitischen Thinktanks (egal, ob in Russland, den USA oder anderen souveränen Staaten) gibt es diese Denk- und Diskussionsverbote nicht, denn dort analysiert man nüchtern eine Situation und versucht Vorschläge zu erarbeiten, wie das eigene Land mit einer Situation umgehen sollte. Dabei sind Denkverbote kontraproduktiv.

Der russische Thinktank Russtrat (von dem ich schon einige Analysen übersetzt habe, zum Beispiel dieseoder diese) hat eine sehr lange Analyse zum Thema Great Reset herausgebracht, die zwar schwere Kost und nicht eben für Laien geschrieben, aber dennoch ausgesprochen lesenswert ist. Dabei ist es nicht einmal wichtig, ob man der Analyse in allen Punkten zustimmt, wichtig für an Geopolitik interessierte Menschen ist vielmehr, zu wissen, worüber die Strategen der Geopolitik derzeit diskutieren. Daher habe ich die Analyse von Russtrat übersetzt. 

Beginn der Übersetzung:

Die neue Weltordnung: ‚Great Reset‘ oder ‚Global Concert‘?

Nur eine Allianz zwischen Moskau und Peking kann die neuen menschenfeindlichen Konzepte des tiefen Staates brechen, die auf eine radikale Neuformatierung der Welt abzielen

Das vor einigen Jahren „vorhergesagte“ Coronavirus-Epos ist wahrscheinlich menschengemachter Natur. Sowohl die Dynamik der Ereignisse als auch gewisse Zufälle zeugen davon. Im Sommer 2020 tauchte das Projekt „Great Reset“ (Klaus Schwab) auf, das an die Epidemie als Faktor anknüpft, der die Transformation der Weltordnung im Interesse der Konzerne ermöglicht. Nach Bidens Einzug ins Weiße Haus präsentiert Richard Haas, der Präsident des Council on Foreign Relations, ein neues „globales Konzert“, ähnlich dem, vom Beginn des 19. Jahrhunderts. 

Club of Rome, Globalisierung und Globalismus

Das Projekt, eine Welt der Konzerne zu formen, gibt es schon seit langem. Eine detaillierte Ausarbeitung erfolgte durch den Club of Rome in einer Reihe von Programmberichten, die einen Fahrplan für eine gesteuerte Globalisierung vorschlugen. Nach dem Zusammenbruch der UdSSR wurden ihre wichtigsten Ideen – die Begrenzung der Entwicklung, der Bevölkerung und des Energieverbrauchs durch mystische „Grenzen des Wachstums“, und die Aufteilung der Welt in Zonen mit engen wirtschaftlichen Spezialisierungen, die interkonfessionelle Vereinigung der Welt auf der Grundlage einer „einzigen Weltreligion“, etc. – in der „Agenda-XXI“ zusammengefasst.

Daraus werden acht „Entwicklungsziele des Jahrtausends“ extrahiert (2000-2015), die dann in siebzehn nachhaltige Entwicklungsziele (2015-2030) umformuliert werden. Gleichzeitig bildet sich ein System von Global-Governance-Institutionen. Die allgemeine Idee ist wie folgt: Die Menschheit wird in höhere und niedere Kasten eingeteilt. Die Überlegenen („Elite“) erlangen dank bahnbrechender Biotechnologien, wenn nicht Unsterblichkeit, so doch ein unvorstellbar langes körperliches Leben. Die Unterlegenen sind das dienende Personal, das mit Hilfe sozialer und medizinischer Technologien in Chaos und Archaik versinkt, um eine Selbstorganisation von Protest zu vermeiden.

Die stark reduzierte Zahl der Minderwertigen wird weiter reguliert und durch externe Kontrolle auf einem Niveau von bis zu 500 Millionen Menschen für den gesamten Planeten gehalten; Industrie und Landwirtschaft werden zerstört. Es herrscht ein „goldenes Zeitalter“ auf dem Planeten – endlose hierarchische Unveränderlichkeit, verstärkt durch die Zerstörung der Identität und die Auslöschung des historischen Gedächtnisses.

Die konzeptionelle Rechtfertigung für die Pläne der menschlichen Segregation war die Erweiterung der Theorie der natürlichen Selektion (Charles Darwin) und der Bevölkerungstheorie (Thomas Malthus) auf die soziale Sphäre, an deren Kreuzung die Eugenik erschien (Francis Galton), die versuchte, religiöse und moralische Beschränkungen auf dem Weg der selektiven „Verbesserung“ der menschlichen Natur zu entfernen.

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