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Haupt-VPN der Cyber-Kriminellen in globaler Aktion abgeschaltet

Europa
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Die Strafverfolgungsbehörden haben genau den Dienst abgehört, der von Kriminellen benutzt wird, um sich dem Abhören zu entziehen

Das virtuelle private Netzwerk (VPN) Safe-Inet, das von den führenden Cyberkriminellen der Welt genutzt wird, wurde gestern in einer koordinierten Strafverfolgungsaktion unter der Leitung des deutschen Polizeipräsidiums Reutlingen zusammen mit Europol und Strafverfolgungsbehörden aus der ganzen Welt abgeschaltet.

Der Safe-Inet-Dienst wurde abgeschaltet und seine Infrastruktur in Deutschland, den Niederlanden, der Schweiz, Frankreich und den Vereinigten Staaten beschlagnahmt. Die Server wurden abgeschaltet, und eine von Europol vorbereitete Splash-Seite wurde nach den Domain-Beschlagnahmungen online gestellt. Dieser koordinierte Takedown wurde im Rahmen der europäischen multidisziplinären Plattform gegen kriminelle Bedrohungen (EMPACT) durchgeführt.

Den Kriminellen das Handwerk legen
Safe-Inet war über ein Jahrzehnt lang aktiv und wurde von einigen der weltweit größten Cyberkriminellen genutzt, wie z. B. den Betreibern von Ransomware, die für Ransomware, E-Skimming-Verletzungen und andere Formen der schweren Cyberkriminalität verantwortlich sind.

Dieser VPN-Dienst wurde der kriminellen Unterwelt zu einem hohen Preis als eines der besten verfügbaren Tools verkauft, um das Abhören durch die Strafverfolgungsbehörden zu vermeiden, da er bis zu 5 Schichten anonymer VPN-Verbindungen bietet.

Die Strafverfolgungsbehörden waren in der Lage, etwa 250 Unternehmen weltweit zu identifizieren, die von den Kriminellen mit diesem VPN ausspioniert wurden. Diese Unternehmen wurden daraufhin vor einem drohenden Ransomware-Angriff auf ihre Systeme gewarnt, so dass sie Maßnahmen ergreifen konnten, um sich vor einem solchen Angriff zu schützen.
Der Dienst wurde nun unzugänglich gemacht.

In einer Reihe von Ländern laufen Ermittlungen, um einige der Safe-Inet-Benutzer zu identifizieren und gegen sie vorzugehen.

Internationale Cyberfahndung
Die internationale polizeiliche Zusammenarbeit war von zentraler Bedeutung für den Erfolg dieser Untersuchung, da die kritische Infrastruktur über die ganze Welt verstreut war.

Das Europäische Zentrum für Cyberkriminalität (EC3) von Europol unterstützte die Ermittlungen von Anfang an und brachte alle beteiligten Länder zusammen, um eine gemeinsame Strategie festzulegen und den intensiven Austausch von Informationen und Beweisen zu organisieren, der für die Vorbereitung der letzten Phase der Razzia erforderlich war.

Der Polizeipräsident des Polizeipräsidiums Reutlingen, Udo Vogel, sagte:

Die Ermittlungen unserer Spezialisten für Internetkriminalität haben dank der hervorragenden internationalen Zusammenarbeit mit Partnern weltweit zu einem solchen Erfolg geführt. Die Ergebnisse zeigen, dass die Strafverfolgungsbehörden ebenso gut vernetzt sind wie die Kriminellen.
Der Leiter des Europäischen Zentrums für Cyberkriminalität von Europol, Edvardas Šileris, sagte:

Die von Europol geförderte enge Zusammenarbeit zwischen den an diesem Fall beteiligten Ermittlern auf beiden Seiten der Welt war von zentraler Bedeutung, um diesen Dienst zu Fall zu bringen. Kriminelle können weglaufen, aber sie können sich nicht vor den Strafverfolgungsbehörden verstecken, und wir werden weiterhin unermüdlich mit unseren Partnern zusammenarbeiten, um sie zu überlisten.
Beteiligte Behörden

  • Deutschland: Polizeipräsidium Reutlingen (Polizeidirektion Reutlingen)
  • Die Niederlande: Nationale Polizei (Politie)
  • Schweiz: Kantonspolizei Argovia (Kantonspolizei Aargau)
  • Vereinigte Staaten: Federal Bureau of Investigation
  • Frankreich: Kriminalpolizei (Direction Centrale de la Police Judiciaire)
  • Europol: Europäisches Zentrum für Cyberkriminalität (EC3)
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