Lange waren die politiknahen Wissenschaftsinstitutionen die heilige Kuh der Pandemie. Doch die neuen Ideen von Kinderimpfung und abermaligem Lockdown finden selbst dort keinen Anklang mehr. Aber das interessiert jetzt auch nicht mehr: Die Wissenschaft hat zu empfehlen, was die Politik will.
Lange war Follow the Science auch das Mantra der Corona-Politik. Es war in Deutschland schon seit längerem allerdings nur eine bestimmte Wissenschaft, der man folgen sollte. Welche Wissenschaftler wissenschaftlich qualifiziert waren oder nicht, das entschied im Zweifel die Bundeskanzlerin persönlich durch ihre Einladung zu den Beratungen im Vorfeld der Ministerpräsidentenkonferenzen.
So etwas wie ein wissenschaftlicher Diskus wurde nicht abgebildet: Ganz unabhängig von den Leistungen, der Expertise oder der Erfahrung – Virologe ist eigentlich nur der, der auch einen Lockdown befürwortet. Ein Hendrick Streeck oder ein Jonas Schmidt-Chanasit wurden genauso überhört wie ein John Ioannidis (immerhin einer der meist-zitierten Wissenschaftler der Welt); wurden genauso diffamiert wie ein Klaus Püschel, einer der führenden Rechtsmediziner des Landes, der die Corona-Todesstatistik früh in Zweifel zog, oder ein Matthias Schrappe, der die aberwitzige Intensivstatistik hinterfragte.