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Wie in Russland über die polnischen Forderungen an Deutschland berichtet wird

Russland
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Die polnische Regierung hat einen Bericht vorgelegt, der von Deutschland 1,3 Billionen an Reparationen für den Zweiten Weltkrieg fordert.

3. September 2022 18:31 Uhr

Der polnische Bericht, der von Deutschland Reparationen in Höhe von 1,3 Billionen für die Schäden des Zweiten Weltkriegs fordert, hat auch in Russland Schlagzeilen gemacht. Hier habe ich eine Analyse der russischen Nachrichtenagentur TASS dazu übersetzt. 

Beginn der Übersetzung:

Die Luft erbebt, oder wie Polen 1,3 Billionen Dollar Reparationen von Deutschland fordert

Irina Polina, Leiterin des TASS-Büros in Polen, über den Versuch Warschaus, „das Bewusstsein des deutschen Volkes zu umzubauen“

Die polnische Regierung hat die fünfjährige Arbeit an dem Bericht über die Schäden abgeschlossen, die Polen infolge des Angriffs von Nazi-Deutschland und der deutschen Besatzung in den Jahren 1939-1945 erlitten hat. Rund 30 Historiker und Experten haben alle denkbaren Aspekte unter Berücksichtigung der 5,2 Millionen Toten, der territorialen und materiellen Verluste sowie der wirtschaftlichen Faktoren, einschließlich der Verdienstausfälle der Überlebenden und der körperlichen Behinderungen vieler Menschen bewertet. Der Schaden belief sich am Ende auf 6.220.609.000 Zloty (etwa 1,3 Billionen Dollar).

Bei der Vorstellung des Berichts sagte Jaroslaw Kaczynski, Vorsitzender der polnischen Regierungspartei Recht und Gerechtigkeit, die Zahl sei auf der Grundlage eines „konservativen Ansatzes“ ermittelt worden und könne bei Bedarf deutlich erhöht werden. „Aus deutscher Sicht und in Anbetracht der Tatsache, dass solche Reparationen über Jahrzehnten abbezahlt werden, ist das ein für die deutsche Wirtschaft erschwinglicher Betrag“, sagte er zuversichtlich. „Der Weg [zum Erhalt der Reparationen] wird lang, aber wir sind zuversichtlich, dass wir eines Tages Erfolg haben werden“, sagte der Politiker.

Laut Kaczynski ist es das Ziel Polens, „eine Entschädigung für all das zu bekommen, was der deutsche Staat und das deutsche Volk Polen in den Jahren 1939-1945 angetan haben. Das ist unser Ziel, das sich in das Konzept der Wiederherstellung der Normalität der Funktionsweise des polnischen Staates einfügt“, fügte er hinzu und betonte, dass mehrere Dutzend Länder Entschädigungen von Deutschland erhalten haben, Polen jedoch nicht.

Der Umbau des Bewusstseins

Doch die wirtschaftliche Komponente ist nicht der einzige Grund für die Vorlage des Berichts, wie Jaroslaw Kaczynski versicherte. Ihm zufolge versteht die öffentliche Meinung in der BRD den enormen Schaden nicht, den Nazi-Deutschland in Polen angerichtet hat. „Einerseits gab es die Abolition (die Beendigung eines Strafverfahrens in einem Stadium, in dem die Schuld nicht rechtskräftig festgestellt ist, Anm. TASS) gegen Kriminelle“, erklärte der Politiker. „Auch die deutsche Pädagogik und die deutsche Geschichtspolitik haben sich noch nie mit den Verbrechen an Polen und dem polnischen Volk beschäftigt. Wir müssen einen wirklich tiefgreifenden Umbau des Bewusstseins des deutschen Volkes anstreben“, erklärte Kaczynski.

Der polnische Ministerpräsident Mateusz Morawiecki äußerte sich in ähnlicher Weise. Er sagte, dass die gesamte deutsche Gesellschaft für die Verbrechen des Zweiten Weltkriegs verantwortlich sei:

„Die einfachen Deutschen – wenn man das so sagen kann, um diese Verbrecher, Banditen, Räuber und Vergewaltiger zu beschreiben – haben für sich selbst geraubt, während der deutsche Staat systematisch und planmäßig geraubt hat.“

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 Ergänzender Kommentar der VOLLDRAHT-Redaktion

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