Das Netzwerk hinter dem Impfstoffhersteller GlaxoSmithKline, dem sächsischen Serum-Werk, dem Robert Koch-Institut und dem Paul-Ehrlich-Institut

Bild von Ria Sopala auf Pixabay

Gesundheit
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Wenn Sie oder Ihre Kinder Impfstoffe erhalten wie Boostrix (gegen Tetanus, Diphterie und Pertussis) oder Priorix (gegen Masern, Mumps und Röteln), dann stammen diese Produkte von dem britischen Großkonzern GlaxoSmithKline plc (GSK) mit einem Börsenwert von rund 100 Milliarden Dollar.

Wenn man den Konzern genauer untersucht, stößt man auf ein Netzwerk des Welfen-Adels, das nicht nur das Britische Imperium leitete, sondern auch die wichtigen Wissenschaftsvereinigungen und Universitäten in erheblichem Maße beeinflusste. In diesem Netzwerk verschwimmen die Grenzen zwischen staatlich und privat, zwischen den Ländergrenzen von Britannien und Deutschland und letztendlich auch zwischen den  Konzernen und Instituten wie dem Paul Ehrlich-Institut und dem Robert Koch-Institut.

Adelige Geheimdienste sind ein Forschungsgebiet, an das sich niemand herantraut und das so behandelt wird, als existiere es nicht. Viele der wichtigsten Konzerne gehen auf adelige Netzwerke zurück.

CEOs

Die aktuelle Direktorin von GSK ist Emma Walmsley, Ehrenmitglied der britisch-königlichen Royal Society of Chemistry, obwohl sie Sprachen und Literatur studiert hatte an der Oxford University. Den Großteil ihrer Karriere verbrachte sie im Marketing des Kosmetik-Konzerns L’Oreal. Ihr Verständnis für Medizin und Biologie scheint extrem begrenzt. Ihre beiden Eltern sind adelig. Ihr Vater Sir Robert Walmsley studierte am Queen’s College in Cambridge, ist Mitglied des elitären Order of the Bath und ein Fellow der Royal Academy of Engineering, er war Vizeadmiral in der königlich-britischen Marine, Chef der Beschaffungsabteilung des Verteidigungsminiteriums und er sitzt bzw. saß in mehreren wichtigen Vorständen von Großkonzernen. Emma Walmsleys Mutter war Lady Christina Walmsley (geboren Christina V Melvil). Die Melvils hatten früh Karriere gemacht in der berüchtigten East India Company des britischen Reichs.

Vor Emma war Sir Andrew Philip Witty der Direktor von GSK. Studiert hatte er Wirtschaft, nicht Medizin oder Biologie. 2012 bekam er den Titel eines Ritters verliehen.

England

Der offizielle Begründer von Glaxo war der Londoner Joseph Edward Nathan. Er startete 1904 mit der Herstellung von Baby-Milchpulver. Erst 1924 folgte mit Vitamin D das erste pharmazeutische Produkt seiner Firma. Das Unternehmen landete am Londoner Börsenmarkt und kaufte sich die Pharmafirma Allen & Hanburys im Jahr 1958, um in dem Markt richtig einzusteigen. Der Gründer von Allen & Hanburys war Silvanus Bevan, ein Mitglied der königlich-britischen Wissenschaftsvereinigung Royal Society. Er heiratete die Tochter des königlichen Uhrenmachers. Einer der Hochzeitsgäste war Sarah Churchill, Duchess of Marlborough, die eng befreundet war mit Königin Anne. Eine weitere wichtige Figur in der Geschichte von Allen & Hanburys war William Allen, Mitglied der Royal Society und Mitbegründer der Royal Pharmaceutical Society of Great Britain. Er heiratete in einflussreiche Familien ein. Eine weitere wichtige Figur in der Firma war Daniel Hanbury, ebenfalls Mitglied der Royal Society. Glaxo holte sich den schottischen Pharmakologen Sir David Jack ins Boot, adeliger Träger des Order of the British Empire und Fellow der Royal Society.

Glaxo fusionierte 1995 mit Wellcome, das zurückgeht auf die Londoner Firma Burroughs Wellcome & Company. Der Adelige Sir Henry Solomon Wellcome war Mitglied der Royal Society, Mitglied der Honorary Fellow of the Royal College of Surgeons of England und Freimaurer.

Ein weiterer Vorläufer des heutigen Konzerns GSK ist SmithKline Beecham. 1848 begann Thomas Beecham noch bescheiden mit der Produktion von Abführmitteln. Unter seinem adeligen Sohn, Sir Joseph Beecham 1st Baronet, wuchs die Firma erheblich. Smith und Kline kauften sich die belgische Firma “Recherche et Industrie Thérapeutiques” und stiegen in das Impf-Geschäft ein.

Drehpunkt Dresden

In Dresden betreibt GSK das ehemalige Sächsische Serumwerk. Dort wurden beispielsweise im Jahr 2007 schlappe 70 Millionen Dosen Grippeimpfstoff hergestellt.

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