Mit deutlichen Worten und sarkastischem Unterton erteilte US-Außenminister Mike Pompeo seinem deutschen Amtskollegen Heiko Maas eine Absage, nachdem dieser ihn in einem Brief darum ersucht habe, vom Einfrieren der US-Mittel für die WHO Abstand zu nehmen.
Mitte April hatte der deutsche Außenminister einen Brief an seinen US-Amtskollegen Mike Pompeo gerichtet, in dem er diesen „nachdrücklich“ darum bat, das Einfrieren US-amerikanischer Zahlungen an die Weltgesundheitsorganisation (WHO) zu „bedenken“. Dies würde mitten in der Corona-Krise deren Bemühungen schwächen. Nun liegt der „Süddeutschen Zeitung“ (Donnerstagsausgabe) die Antwort vor – und darin hat Pompeo kein Blatt vor den Mund genommen.
Pompeo ist nicht bereit, die Debatte auf einen ungewissen Zeitpunkt zu verschieben
Wie der „Focus“ berichtet, hatte Maas an Pompeo im Zusammenhang mit der US-Kritik an der WHO appelliert, „während der fortdauernden Krise zunächst keine Schritte zu operationalisieren, die die zuständigen Institutionen im System der Vereinten Nationen nachhaltig schwächen würden“.
Der US-Außenminister zeigte sich jedoch nicht bereit, kritische Fragen an das Regime in China und an die WHO bis zu einem unbestimmten Zeitpunkt nach dem Ende der Pandemie zu verschieben. Die USA hatten im April angekündigt, ihre Beitragszahlungen zur WHO auszusetzen, bis deren Rolle in der ersten Phase der Corona-Krise geklärt sei.