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Di, Sep
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Eine Zensur findet nicht statt.

Gesellschaft
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Die unsichtbare Macht der Großhändler und Zulieferer

Heimlich still und leise, werden immer mehr Produkte auf den Listen verschiedener Großhändler gestrichen.

Beispiel Apotheke - besser ApothekenKette genannt

geht man heute in eine Apotheke muss man schon genauer hinschauen. Immer mehr Apotheken gehören nicht mehr einem selbstständigen Apotheker. Heutzutage sind die meisten Apotheker schon zu Angestellten degradiert. Konsortien und Geschäftsleute, ausschließlich gewinnorientiert machen Apothekenketten auf und stellen die frisch von der Universität kommenden jungen Leute in ihrem Unternehmen als Geschäftsführer ein. Diese Unternehmen ermöglichen den jungen Apothekern eine Apotheke „aufzumachen“ und in ihrem ausgebildeten Beruf zu arbeiten, die Verträge aber, die sie eingehen müssen sind Knebelverträge.

Jetzt könnte man trotzdem meinen das Ganze höre sich doch ganz passabel an - dem ist aber nicht so. Durch diese Umstände ist der einst freie Beruf des Apothekers abhängig geworden, abhängig von den Vertragsinhalten (wie unten weiter ausgeführt), die zu seiner Anstellung führen. Zudem sind auch noch massive Änderungen im Apothekerrecht durch EU-Regelungen umgestaltet worden. Heute darf ein Apotheker, wenn er wirklich unabhängig/selbstständig ist vieles nicht mehr, was er noch vor in Kraft treten der EU durfte. Es gibt zwar einen gewissen „Bestandsschutz“, was bedeutet dass die alt eingesessen Apotheker noch selbst alles Mögliche herstellen dürfen, aber die Jungen dürfen das schon lange nicht mehr im selben Ausmaß. Die Pharmaindustrie ist nicht gewillt Konkurrenz zu dulden. Diese Zustände haben wir der Pharmalobby und unseren - ich muss es leider so sagen - rückratlosen Politikern zu verdanken.

In der Realität sieht es dann folgendermaßen aus. Ich gehe zur nächst liegenden Apotheke und lege das Rezept meines Arztes vor. Die Mitarbeiterin sagt nachdem sie im Computer nachgeschaut hat, dass es dieses Medikament nicht gäbe. Da steht man dann schon etwas irritiert da. Die Ärztin hat es doch verschrieben - das kann doch nicht sein? Die Mitarbeiterin versichert mir, dass dieses Medikament nicht gelistet sei, aber es gäbe ein ähnliches, das andere sein eben nicht mehr gelistet. Jetzt hat man zwei Möglichkeiten, entweder man nimmt das Alternativpräparat irgendeines Pharmakonzerns oder man ist etwas hartnäckiger und geht zu einem unabhängigen Apotheker. Legt man dort das Rezept vor ist das Ergebnis der Computerrecherche ein gänzlich anderes. Die Mitarbeiterin dort sagt, das Medikament ist zwar beim Großhändler nicht gelistet, aber wir können es für sie direkt beim Hersteller bestellen, das dauert dann aber 3-5 Tage. Ich fragte sie wie das denn sein könne, dass es in der Apotheke in meiner Nähe die Auskunft gab, dass das Medikament nicht gelistet sei, und sie es aber jetzt in ihrem Computer sehen könne. Sie versicherte mir, dass das in letzter Zeit immer öfter vorkomme und das an den Großhändlern läge, die einzelne Medikamente einfach auslisten.
Was sagt das nun einem denkenden Menschen? In der Apothekenkette bekomme ich das Medikament nicht und werde auch noch angelogen, beim unabhängigen Apotheker bekomme ich das angeblich nicht vorhandene Medikament anstandslos und zusätzlich eine Auskunft über die desolaten Strukturen unseres Landes.

Beispiel Buchhandlung

Meine Este Erfahrung bezüglich Buchhandlungen ist schon etwas älter. Damals wollte ich das „Schwarzbuch WWF“ bestellen. Ich ging in eine Buchhandlung um meinen Bestellwunsch vorzutragen. Die Mitarbeiterin dort gab den Titel in den Computer ein. Dieses Buch ist aus rechtlichen Gründen derzeit nicht lieferbar, sagte mir die Dame. Ich sagte ihr, das müsse ein Irrtum sein, der WWF hätte zwar versucht eine einstweilige Verfügung durchzusetzen, dem wurde aber vom Gericht nicht statt gegeben, somit muss es zu bestellen sein. Wir einigten uns darauf es direkt beim Verlag zu versuchen, was zwar etwas länger dauert, aber machbar wäre. Und siehe da, als wir es beim Verlag direkt aufriefen war es lieferbar! Dieser Vorfall ließ mich schon damals aufhorchen, denn was macht denn hier der Großhändler? Otto Normalverbraucher bekommt doch erst mal den Eindruck, dass das Buch welches er bestellen will verboten ist und er sich mit einem Fuß schon im kriminellen Milieu befindet. Diese Lüge, „ist aus rechtlichen Gründen nicht lieferbar“, hindert die Menschen daran sich ein eigenes Bild von gewissen Zusammenhängen zu machen was für mich einfach nicht länger hinnehmbar ist!

artikel 5 grundgesetz


Das zweite Beispiel ist schon etwas härtere Kost.

Da ich mittlerweile aber die Unterdrückungsmechanismen der Großhändler kenne, was systemkritische Bücher betrifft, habe ich meine Strategie angepasst. Meist suche ich zuerst das gewünschte Buch bei Amazon heraus, notiere mir die ISBN Nummer und rufe bei einer Buchhandlung in meiner Nähe an. Das Buch was ich diesmal bestellen wollte war schon im kommunistischen Polen auf dem sogenannten Index gestanden, dort wurde damals das erste Manuskript kurz vor eintreffen der Geheimpolizei im Ofen verbrannt.

Die zweite Kopie, von Wissenschaftlern unter widrigsten Bedingungen der Gewalt und Unterdrückung aufs Neue zusammengestellt, wurde mittels Kurier an den Vatikan gesandt. Der Empfang des Manuskripts wurde nie bestätigt, alle wertvollen Inhalte waren verloren. Im Jahr 1984 wurde die dritte Kopie vom letzten überlebenden Wissenschaftler,  aus dem Gedächtnis niedergeschrieben. Zbigniew Brzeziński verhinderte die Veröffentlichung dieser Kopie. Nachdem das Buch nun ein halbes Jahrhundert lang unterdrückt wurde, war es nun endlich verfügbar und ich gab der Mitarbeiterin der Buchhandlung die passende ISBN Nummer durch.

Sie sagte, dieses Buch gibt es nicht. Ich sagte - wie? - ich sehe es doch hier bei Amazon als Kindle- und als Printausgabe.

Sie ging daraufhin auf die Oberfläche von Amazon und sagte, stimmt aber es gibt dieses Buch nur als Kindle-Ausgabe, die Pintausgabe hat den Vermerk „nicht lieferbar“. Das ist nicht wahr, entgegnete ich, das Buch ist hier auf meinem Computer ganz klar auch als Printausgabe bestellbar. Das kann doch nicht sein, meinte ich. Die Buchhändlerin sagte: “Das ist eben so…“.

Über dieses gleichgültige Resümee wurde ich dann doch etwas ungehalten. Nein, entgegnete ich, das ist nicht einfach „eben so“ sondern das ist Zensur! Daraufhin trat Schweigen ein am anderen Ende der Leitung. Hallo, sind sie noch da fragte ich. Daraufhin bekam ich folgende Antwort, ist das vielleicht ein ausländischer Verlag? Fragte sie und ich sagte ja, aber ich habe schon öfter Bücher von ausländischen Verlagen bei Ihnen bestellt. Sie beharrte - meinen Einwand ignorierend - darauf dass dies wohl der Grund für dieses „Phänomen“ sei.

Mit ausländischen Verlagen hätten sie oft Schwierigkeiten, die würden sich nicht korrekt verhalten… usw. Was ist eigentlich mit ihnen los, fragte ich, hier wird ganz klar zensiert, sie sehen auf ihrem Bildschirm etwas anderes als ich - nämlich Ihnen wird „vorgetäuscht“, dass das Buch nicht lieferbar ist, ich sehe das genaue Gegenteil und wir beide sind zur selben Zeit auf der Oberfläche der selben Internetseite.

Ich merkte wie ihr das alles immer unangenehmer wurde und dachte mir, jetzt quälst Du die Frau nicht länger. Sie sagte also noch ein mal, dass das Buch nicht zu bestellen sei und wir beendeten das Gespräch. Ich habe das Buch jetzt im europäischen Ausland bestellt und auch anstandslos geliefert bekommen. Einem „aufgewachten“ Menschen - von denen es ja in den letzten Jahren immer mehr gibt wird immer klarer, dass hier etwas ganz und gar nicht stimmt.

Wir merken, wenn wir nicht hartnäckig sind und brav wie die „Schäfchen zur Schlachtbank“ gehen, wir dem Einheitsbrei, den eine Elite uns ausnamslos aus Gewinnoptimierung als Ausschließlichkeit präsentiert, auf Gedeih und Verderb ausgeliefert sind.

Ein Trost ist:
Unsere Zeit bringt es mit sich, dass so langsam alles Unredliche ans Licht kommt. Lasst Euch nicht mehr anlügen!