Diogenes Lampe: Die Welt nach dem Untergang des Vatikans

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Diogenes Lampe, Dienstag, 24.03.2020, 15:22 (vor 19 Tagen) @ Revoluzzer

denn ich bin mir durchaus nicht sicher, ob es nicht eine unbewußte / untergründige Einigkeit gibt zwischen den D/EU-Eliten und Putin / Xi, dass eine diktatorische EU auch für RU / China besser ist, als die Nationalstaaten: Unter dem Joch der EU, wird Westeuropa nie weltpolitisch eine Rolle spielen.

Die EU war nie dazu gedacht, eine eigenständige Diktatur zu sein. Sie war immer eine des Vatikans, errichtet zu dem Zweck, die Hegemonialmacht zu konzentrieren, Nationalstaaten zu zerstören, Völker und Kulturen auszulöschen, mittels Massenmigrationen aus Afrika und Asien umzutransformatieren zu einem leicht beherrschbaren Weltbevölkerungsbrei. Siehe Kalergis "Mischrasse". Sie ist also ein Projekt der Zerstörung, nicht des Aufbaus, aber nicht wirklich der globalen Machtausübung. Die konzeptionelle Steuerung haben die Jesuiten und Malteser Roms inne, nicht die EU-Kommission in Brüssel. Für den Vatikan waren die Nationalstaaten immer ein Hindernis auf dem Weg zur Weltmacht, das sie mit der Zwangsvereinigung der Nationen nach zwei Weltkriegen auf europäischem Boden mit Hilfe ihrer EU zu beseitigen hofften. Das hat offensichtlich nicht funktioniert.

Russland und China sind selbst Nationalstaaten und waren somit ja auch lange Zeit auf der Speisekarte des Vatikans und seiner EU. An dieser antinationalen EU haben sie keinerlei Interesse. Das eurasische Wirtschaftskonzept der Seidenstraße ist keines der Weltherrschaft, nicht mal der Ausbeutung, folglich auch keines der absolutistischen Kontrolle über die Finanzen und das Militär, sondern der friedlichen Koexistenz der Völker und Nationen durch Wirtschaft, Wissenschaft, Kultur und Handel.

Mit dem Konzept der multilateralen Weltordnung entstehen keine neuen Machtblöcke global konkurrierender Weltmächte, wo das Recht des Stärkeren gilt. Moskau wird nicht zur imperialen Hauptstadt Europas und Peking nicht die Asiens. Russland, das größte Flächenland der Erde und somit das ressourcenreichste, und China, das Land mit der höchsten Einwohnerzahl der Erde, überwachen durch ihre überlegene Stärke (Militär, Ressourcen) das neue Weltwirtschaftskonzept, das nicht mehr durch das Kapital einer einzigen Weltmacht dominiert werden kann, weil es wieder fest an die Volkswirtschaften gebunden wird und ihnen dienen muss. Es ist nicht mehr Gegenstand der Spekulation sondern produktiv, begrenzt durch das Gold-Äquivalent und Wirtschaftsleistung; zentriert in den Nationalbanken. Es sichert damit nicht mehr das Recht des Stärkeren ab, wie die FED, sondern ein weltweit gelten sollendes Völkerrecht. Entscheidend ist nicht mehr der Gewinn um des Gewinns willen, sondern die ge-rechte Verteilung, also eine auf der Grundlage des Rechts, nicht der Moral.

Ein solches Vorhaben kann aber nicht von heute auf morgen eingeführt werden, sondern folgt einem Prozess, der die Besonderheiten der Völker und deren kulturelle Traditionen beachten muss. Putin und Xi schaffen jetzt ernst einmal die Grundlagen hierfür. D.h., weder im jetzigen Russland noch im jetzigen China sind die Voraussetzungen hierfür bereits erfüllt. Chinas Milliardenvolk ist noch immer von der kommunistischen Moral vergiftet und muss seine traditionellen wie zeitlosen drei Weisheitslehren wiederentdecken; also die von Konfuzius, Laotse und Buddha. Doch gegenwärtig gibt es noch aufgrund des westlichen Kolonialismus bitterste Armut im Land. Dreihundertmillionen Menschen sind in etwa noch immer davon betroffen. Da wird also noch eine ganze Weile Moral vor Recht gehen, bis zwischen beiden wieder eine echte Balance hergestellt werden kann. Harmonie ist Balance und die Gerechtigkeitsvorstellungen sind daher solche des Ausgleichs und nicht der kommunistischen Rechthaberei. Die KP Chinas muss also im "Reich der Mitte" stets die Balance zwischen Recht und Moral finden, wenn es sein Milliardenvolk aus den Verhehrungen des Kolonialismus und Kulturmarxismus aber auch einer jahrhundertelangen Abschottung führen will.

Das Seidenstraßenprojekt ist also gerade für China sehr nötig. Es kann dieses globale Vereingungsprojekt aber nur anstoßen, nicht alleine unter seiner Regie unterhalten. Es braucht die Teilnahme der anderen Völker. Wenn es heute mit seiner Initiative gezielt die westliche, globalistische Wirtschaft zusammenbrechen läßt, dann nicht, um sich als neuer Welthegemon an die Stelle des Vatikans zu setzen, sondern um die Voraussetzungen für die neue Seidenstraße zu schaffen.

    Eine bessere Absicherung für die Macht der "Drei" kann es doch mit Blick auf Europa nicht geben... Zwar wird im nationalstaatlichen Modell voraussichtlich auch keine europäische Nation wieder Weltpolitik machen, denn keine verfügt mehr über die sozialen, demografischen, wirtschaftlichen oder technologischen Voraussetzungen, aber ohne EU besteht wenigstens wieder die Chance, den Anschluss zu finden.

Sie denken noch im Rahmen der Geopolitik. Die aber wird es nicht mehr geben. Wenn überhaupt, dann müssen Trump, Putin und Xi ihre Macht während des jetzigen Machtübergangs nur noch unter sich absichern. Kein Staat der Welt kann ansonsten gegen den Willen dieser drei noch globale Macht ausüben. Entscheidend für die Funktionstüchtigkeit dieses Weltkonzepts wird aber sein, dass Macht nicht mehr vor Recht geht. Die von Machiavellisten gegründete UNO hat in diesem Punkt genauso kläglich versagt wie die EU. Über die Macht der Moral, der religiösen wie ideologischen, versuchte der Vatikan mittels UNO und EU stets, das Recht auszuhebeln; angefangen mit dem Völkerrecht. Das konnte er, weil er sich bei Milliarden Christen als höchste Autorität verkaufen konnte, als Stellvertreter Gottes auf Erden, der seinen Weltherrschaftsanspruch als Gottes Willen legitimiert. Dieses Herrschaftsnarrativ ist die Grundlage für die Existenz des Vatikans als politische wie religiöse Supermacht. Diese Legitimationssäule ist aber nun zusammengebrochen.

Wenn sie Putins Politik genauer beobachten, werden sie herausfinden, dass er bei der Abwicklung der vatikanisch-britischen Geopolitik, der Beseitigung seiner politischen Theologie und der Umformatierung der Welt immer das Völkerrecht betont, streng beachtet und dies auch von allen anderen Mächten einfordert. Gerade in Syrien und Libyen können sie sehen, dass für ihn territoriale Grenzverschiebungen immer nur auf völkerrechtlicher Grundlage passieren dürfen. Auch China kann mit seinem Seidenstraßenkonzept am Ende nur durch die Beachtung des Völkerrechts überzeugen. Und genau auf dessen Grundlage muss die Welt wieder gestellt werden. Die Übernahme einer EU-Diktatur, einer Institution der Völkervernichtung von ROMs Gnaden wäre also so kontraproduktiv wie überflüssig.


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