Zur Genesung deutscher Wesens-Kern-Kraft: Teil 1

Feuilleton
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Wie wir nach 100 Jahren Lektionen jetzt in die Verantwortung kommen

17 Jahre lang habe ich mich nun Schritt für Schritt daran gewöhnt, dass wir grundsätzlich nichts glauben dürfen. An jeder Ecke wird uns allerhand Unsinn und Falschwissen angedreht – aus welchen Gründen auch immer. Daher ist meine wichtigste Bitte an dich als Leser, dass du nichts glaubst von dem, was ich schreibe. Nimm es als Anregung zum Selber-Denken, Nachprüfen und Ausprobieren. Glauben statt Wissen bringt überhaupt nichts und ist immer falsch.

Ich fing damals an zu verstehen, dass viele wichtige, sogar lebenswichtige und angeblich „wissenschaftliche“ Sachverhalte in Wirklichkeit ganz anders sind als uns in der Schule erzählt wird und – viel wichtiger – als sie von der Allgemeinheit inklusive der sogenannten „Fachleute“ und „Forscher“ als „richtig“ geschluckt, akzeptiert und wiedergegeben werden – ohne jeden Zweifel. Später wurde mir dann immer klarer, dass im Grunde alles falsch ist, was unser Weltbild und -verständnis ausmacht.

Ich meine das wörtlich und exakt so: die Menschen in der westlichen Welt leben in einem Weltbild, das so gut wie keine Verbindung mehr zur Realität hat. Und in die Realität, die ich damit meine, schließe ich auch die Realität unserer menschlichen Natur, unserer Psyche und unseres Geistes mit ein; also unser reales, echtes Potenzial als Menschen und unsere wahre, authentische Identität. Wir leben vor uns hin ohne das geringste Wissen darüber. Wir haben keinen Zugang zu uns selbst, wie wir wirklich sind und worum es in unserem Leben geht. Stattdessen glauben wir Dinge, die vollkommen falsch, erfunden und erlogen sind und halten das für Wissen. Wir beschäftigen uns damit, reden darüber, treffen Entscheidungen daraus, haben Sorgen und Hoffnungen und machen alle möglichen emotionalen Achterbahnfahrten durch– ganz besonders aber haben wir permanent und latent Angst.

Denn das falsche Pseudo-Wissen ist so gestaltet, dass es uns in der Welt nicht nur chronisch verunsichert und orientierungslos, sondern bedroht, wertlos und hilflos fühlen lässt. Und wir haben nichts anderes im Kopf. Dadurch ergibt sich eine enorme Abspaltung und Trennung zwischen Wirklichkeit – zu der unser Körper sowie unser echter Wesenskern gehören – und unseren Vorstellungen, Gedanken und Weltanschauungen, in denen unser Bewusstsein mental gefangen ist. Diese Spaltung läuft nicht nur durch jeden von uns, sondern auch durch jede Gruppe, Institution, Organisation und die ganze Gesellschaft. Es gibt ein steuerndes (oft kaum bekanntes, unsichtbares) „Oben“, an dem sich alle und alles ausrichten, und ein ausgeliefertes, unwissendes, hilflos mitlaufendes „Unten“. Die Trennung zwischen „Oben“ und „Unten“ führt zum Realitätsverlust von beiden.

Manche haben eine Ahnung von dem Wirklichen, das sie ja sind und in sich tragen, treffen dann aber auf ihrer Suche nach echtem Wissen sehr schnell auf einen der freundlich lächelnden Vertreter von ‚FFF‘ (Falschwissen, Fremdbestimmung & Fehlleitung), der sie mit ein paar Scheinwahrheiten und Glückskeksen einfängt und in eine der Verwirrungs-Richtungen leitet, die speziell auf die Bedürfnisse der jeweiligen Sucher zurechtgeschnitten sind. Vom Yoga-Retreat über „spirituelle Kartensets“ bis zur Aufklärung über Ufos oder lieber Aktionen für „Klimaschutz“ zum Selbermachen ist alles dabei, was uns beschäftigen und ablenken kann – von uns selbst. Stets werden ein paar Krümel echtes Wissen mit einer abstrusen und klebrigen Ideen-Pampe verrührt, die bestenfalls noch von einem wirklich Wissenden richtig aufgeschlüsselt werden könnte. Aber sie ist wertlos.

Wenn Wissen Macht ist, dann sind falsches Wissen und Unwissen Ohnmacht. Darum geht es in der Artikel-Reihe, die ich hiermit eröffne: um Wege in die Selbst-Ermächtigung und die Ablösung aus der Ohnmacht für uns Menschen in der westlichen Welt.

Auf in die Zukunft! – worum es hier geht

17 Jahre gehe ich schon der Frage nach, was hier eigentlich los ist und vor allem: was wir anders machen können. Und ich bin zu Antworten gekommen, die ich nirgendwo so ausgesprochen fand. Das hat mich lange gewundert. Jetzt scheint es angezeigt zu sein, sie aufzuschreiben und in die Welt zu schicken. Mögen sie dort ihre eigenen Wege finden.

Wer etwas verändern, mitmachen und anfangen möchte, der muss beim „Ich“ starten und jedes „Wir“ beiseite lassen. Das kann schon ein erster schwieriger Schritt sein. Aber es gibt Antworten und es gibt Auswege. Sie sind nur gut versteckt und leicht zu übersehen. Dafür spreche ich den Einzelnen an. Der Einzelne kann alles verändern.

Dies ist der erste Artikel und damit der Beginn einer Artikel-Reihe, die etwas anderes will als eine weitere Analyse unserer Misere, eine weitere historische Aufklärung, „wie es wirklich war“ oder eine weitere resignierte Klage über den allgemeinen Verfall zu bieten. Denn das Moratorium unserer echten Wesensentfaltung, in dem wir solchen Zeitvertreiben frönten, ist vorbei! Zuletzt haben die jungen Orientierungslosen die alte Hoffnungslosigkeit als Freitags-Ferienprogramm lautstark auf den Punkt gebracht: „Wir haben keine Zukunft!“ und „Es hat eh alles keinen Zweck mehr!“ – sie sind das Endprodukt von jahrzehntelanger Wesenslähmung – die jetzt zu Ende ist.

Die Zukunfts-Amnesie ist nun vorbei, denn die gewohnten Gefängnistore werden gerade von außen geöffnet und wir stehen mitten drin im blendenden Gegenlicht gewaltiger Veränderungen, die uns vorgesetzt werden als neue Tatsachen. Oder besser: als Zerschlagung des miefigen und chaotischen Gefängnisses namens „freiheitliche demokratische Grundordnung“ mit all ihren lähmenden und wesens-entkräftenden Begleiterscheinungen, die uns über Jahrzehnte im geistigen Koma hielten. Jetzt bekommen wir Zukunft und müssen lernen, unsere grüblerisch-prokrastinierende Pseudo-Beschäftigung mit unserer „Vergangenheit“, die nur eine Geschichte zur Selbstbeschämung war, hinter uns zu lassen und an die frische Luft zu kommen.

Geistiger Krieg

Wir befinden uns in einem geistigen Kampf, der entscheidet, ob die positiven Entwicklungskräfte die Oberhand gewinnen, die Individualität, Einzigartigkeit und Freiheit fördern, oder ob wir noch weiter unter die Dominanz der Entgeisterung gelangen, die jeden Menschen nur als Teil einer Masse, eines Systems und einer Struktur behandelt. Und dadurch Entwicklung unmöglich macht.

Viele glauben, wir leben im Frieden, weil sie keine Bomben hören und keine Soldaten sehen. Tatsächlich leben wir in der fast vollständigen geistigen Sklaverei und Unterdrückung. Der Krieg ist weder gewonnen noch beendet. Dieser Krieg gegen das Individuum ist in Wirklichkeit ein Krieg gegen den Geist und gegen menschliches Potenzial. Diese Unterdrückung findet in den Behandlungsräumen der Medizin, auf den Marktplätzen der Wirtschaft, in den Unterrichtsräumen unserer Bildungsstätten, an den Tischen der Politik und im Rampenlicht der Medien statt. Also in jedem Bereich unserer Gesellschaft. Wer will noch sagen, dass er sich da raushält oder nicht mitmacht? Wer möchte da noch den toleranten Pazifisten mimen? Wer anderes als die Betäubten und Unterworfenen?

Sich selbst als Einzelner zu betrachten ist bereits eine Entscheidung, auf welcher Seite man steht. Sich selbst als Einzelnen zu reflektieren ist eine Kriegserklärung an die Ströme der Kollektivierung und Vereinnahmung. Sich als Einzelner zu positionieren ist schon der Kampf gegen Totalität, Fremdbestimmung und Auflösung in der gesichtslosen Masse.

Friedenszeiten werden für uns erst beginnen, wenn wir wieder Soldaten sehen können. Denn eines, was wir wieder einsehen und lernen müssen ist, dass Werte und Gutes aktiv geschützt und verteidigt werden müssen.

Für uns steht es dabei als erste Aufgabe an, geistig mitzukommen und psychisch
nachzureifen, um dem Neuen gewachsen zu sein. Das geht zunächst nur einige von uns an, die die Führung und die langsame „Übersetzung“ für die anderen leisten. Denn ihre zweite Aufgabe wird dann sein, Verantwortung und Führung zu übernehmen. Zwei Muskeln, die wir nun schon seit drei Generationen nur noch spärlich im engen Gefängnishof der „Wirtschaft“ betätigen konnten, die aber weitgehend atrophiert sind.

Solch eine Führung kann in kürzester Zeit eine geistige und ethische Infrastruktur aufbauen – zuerst in uns selbst und dann äußerlich und ganz konkret sichtbar in der Gemeinschaft. Sie wird aufgebaut aus Verantwortungsbewusstsein und individueller Freiheit. Unser Leben kann dann wieder durch solch eine gesunde Infrastruktur fließen, geordnet werden und sich entfalten. Sonst haben wir den Kräften der Regression und Zerstörung nichts entgegenzusetzen.

Wir müssen dafür eine Menge alter Gewohnheiten und verklebter Bequemlichkeiten loswerden. Wir werden eine Freiheit an die Hand bekommen, für die wir erst noch kompetent werden müssen.

Dieser Text soll Inspirationen und Hinweise zu solch einer Infrastruktur geben. Er soll greifbar machen, was wir einsehen und verstehen und wie wir uns umstellen müssen, um dem Neuen nicht nur gewachsen zu sein, sondern vielmehr selbst daran zu wachsen und eine neue Welt von Entfaltung und geistiger Entwicklung aufzubauen und zu erhalten.

Es wird einige bittere Pillen zu schlucken geben, denn wir werden Dinge sehen und erkennen müssen, die wir bisher vermieden haben zu sehen. Aber das gehört zum Erwachsenwerden dazu: zu erkennen, dass wir Verantwortung tragen müssen für das, was passiert und auch für das, was passiert ist. Aber Verantwortung ist nicht Schuld, dazu kommen wir später noch.

Die schlechte Nachricht zum Bevorstehenden ist: es wird anstrengend und viele werden sich ziemlich strecken müssen; viele werden Schwierigkeiten haben, mitzukommen. Die gute Nachricht ist: wir müssen nur unser eigentliches Wesen freilegen und die Kraft unserer eigenen Anlagen und Talente wiederentdecken. Das wird eine Menge Freude und Wohlfahrt mit sich bringen, die wir gar nicht mehr für möglich gehalten haben in unseren Dämmerzellen. Anstrengung und Belohnung gehen Hand in Hand. Wir müssen nicht die Welt retten, sondern nur uns selbst. Wir müssen nichts zurückerobern außer uns selbst. Die nun anstehende Einsicht, dass kein Kollektiv in der Welt entfremdeter und fremdbestimmter ist als wir, sowie die anstehenden realen Herausforderungen unserer eigenen Genesung werden uns ausreichend Demut und Bescheidenheit lehren und uns gleichzeitig von falscher Scham und Minderwertigkeitskomplexen befreien. Auch das geht Hand in Hand.

Wir können jetzt nicht mehr dem mentalen Kurzschluss verfallen, dass wir bereits diejenigen seien, an denen die Welt zu genesen hat. Dieses lichtbringende Wesen ist noch zu weit weg von uns, um für uns in Reichweite zu sein, geschweige denn verkörpert zu werden. Aber der Ruf danach ist vorhanden. Auf ihn gilt es zu antworten. So kommen wir Schritt für Schritt in Verantwortung.

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