Im Jahr 2014 hat die Organisation GRAIN in ihrem Bericht „Hungry for land: small farmers feed the world with less than a quarter of all farmland“ [Hunger nach Land: Kleinbauern ernähren die Welt mit weniger als einem Viertel der gesamten landwirtschaftlichen Nutzfläche, Anm. d. Übersetzers] aufgezeigt, dass Kleinbauern den größten Teil der weltweiten Nahrungsmittel produzieren.
Der Bericht „Small-scale Farmers and Peasants Still Feed the World“ (ETC Group, 2022) bestätigte dies.
Kleinbauern produzieren bis zu 80% der Nahrungsmittel in den nicht industrialisierten Ländern. Allerdings sind sie derzeit auf weniger als ein Viertel der weltweiten landwirtschaftlichen Nutzfläche gepresst. Im Zeitraum 1974-2014 wurden 140 Millionen Hektar – mehr als die gesamte Ackerfläche Chinas – für den Anbau von Sojabohnen, Ölpalmen, Raps und Zuckerrohr genutzt.
GRAIN stellte fest, dass die Konzentration von fruchtbarem Agrarland in immer weniger Händen in direktem Zusammenhang mit der steigenden Zahl von Menschen steht, die täglich Hunger leiden. Während industrielle Betriebe über enorme Macht, Einfluss und Ressourcen verfügen, zeigen die Daten von GRAIN, dass kleine Betriebe fast überall die Produktivität großer Betriebe übertreffen.
Im selben Jahr veröffentlichte die politische Denkfabrik „Oakland Institute“ einen Bericht, in dem es heißt, dass die ersten Jahre des 21. Jahrhunderts für einen globalen Landrausch von nahezu beispiellosem Ausmaß in Erinnerung bleiben werden. Schätzungsweise 500 Millionen Hektar, eine Fläche achtmal so groß wie Großbritannien, wurden zwischen 2000 und 2011 in den Entwicklungsländern gekauft oder gepachtet – oft auf Kosten der lokalen Ernährungssicherheit und der Landrechte.
Institutionelle Anleger, darunter Hedge-Fonds, Private Equity, Pensionsfonds und Universitätsstiftungen, waren begierig darauf, aus dem globalen Ackerland als neuer und äußerst begehrter Anlageklasse Kapital zu schlagen.