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Russlands Außenminister Sergei Lawrow: "Für das politische US-Establishment ist Russland ein Objekt"

Russland
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Sergei Lawrow hat der internationalen Nachrichtenagentur "Sputnik" ein schriftliches Interview gewährt. Dort äußerte sich der russische Außenminister zum Verhältnis zu den USA und der NATO und zum INF-Vertrag. Auch die Ukraine-Krise wurde thematisiert.

 
Sputnik: Das nächste Jahr ist in den USA wieder so gut wie ein Wahlkampfjahr. Ist eine erneute Abkühlung der Beziehungen zu erwarten? Können wir darauf hoffen, dass zumindest eine bescheidene positive Dynamik bei den Kontakten auf höchster Ebene erhalten bleibt? Wo und wann könnte so etwas mit Blick auf das Absagen des Treffens in Argentinien zustande kommen? Ist es wahr, dass von Januar die Rede ist?

Sergei Lawrow: Wir sind bereits daran gewöhnt, dass konjunkturbedingte Faktoren, die mit der amerikanischen Innenpolitik in Verbindung stehen, unsere bilateralen Beziehungen beeinflussen und zusätzliche Schwierigkeiten beim Aufbau eines Dialogs schaffen. In letzter Zeit hängt das Maß dieses Einflusses nicht einmal davon ab, in welcher Wahlzyklus-Phase sich die USA befinden. Es kann natürlich erwartet werden, dass sich einzelne Politiker in Washington  beim Näherrücken der nächsten Präsidentschaftswahlen im November 2020 immer aktiver und beharrlicher bemühen werden, die "russische Karte" auszuspielen. Wir hoffen, dass dies das Fundament der bilateralen Beziehungen nicht weiter zerrütten wird, denn es ist sowieso nicht im besten Zustand.

Wir setzen uns konsequent für die Entwicklung eines normalen, berechenbaren Dialogs mit den USA auf der Grundlage von gegenseitigem Respekt und unter Berücksichtigung der beiderseitigen Interessen ein. Fortschritte in dieser Richtung sind uns bislang nicht gelungen, denn Washington handelt nicht im freundschaftlichen Sinne und versucht fortwährend, mit wirtschaftlichen, militärpolitischen und anderen Instrumenten Druck auf uns auszuüben. Deswegen kommt die Arbeit in wichtigen Richtungen der bilateralen und globalen Agenda ins Stocken, unter anderem jene, welche die globale Stabilität und Sicherheit aufrechterhalten soll.

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Bild: Wiki