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28 Tage JVA Bützow – 40 % Prozent der Mädels in Haus D sitzen aufgrund von Strafbefehlen, die sie nicht bezahlen können - Teil 2

Grundgesetz
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Vielleicht fragt sich der Eine oder Andere, warum ich dort „gesessen“ habe. Das läßt sich kurz erklären. Es gab zwei zusammengelegte sogenannte Strafbefehle, die auf reinen Vermutungen und Fiktion (Die 12 BAR Vermutungen) basieren. Der eine wurde erfunden durch eine Vermutung einer nicht nachvollziehbaren geleisteten Unterschrift bei Heike Werding und der zweite Strafbefehl wurde gegen die Person erstellt aufgrund einer Anfrage an einen Richter am Amtsgericht Waren betreff der Erstellung von Aktenzeichen und den Handel damit an der Börse bzw. einer ordentlichen Steueranmeldung der Konten bei der IRS (Internal Revenue Service, Steuerbehörde der USA). Daraus wurde eine Beleidigung gemacht.

Die nächsten beiden zusammengelegten Strafbefehle sind auch schon in Arbeit. Da möchte die Staatsanwaltschaft Neubrandenburg über das Amtsgericht Waren 2100,00 Euronen erpressen, 70 Tage a 30 Euro oder wieder Warenhaus JVA Bützow. Dabei geht es wieder um eine vermutete Unterschrift bei Heike Werding und um einen Affidavit von Carl-Peter Hofman, den ich als lebendes Weib dem Einwohnermeldeamt habe zukommen lassen, da die Mitarbeiter des Einwohnermeldeamtes der Person Frau Anke Rittweger den vorläufigen Personalausweis aufgezwungen haben bzw. mich als lebendes Weib kriminalisiert haben. Wenn die Systemlinge etwas gut können, dann die Tatsachen verdrehen und sie gegen Dich auslegen.

Die Wahrheit sagen darf man nicht mehr und wenn doch, wirst Du solange beackert, bis Du den Sargdeckel von innen selber zunagelst.

Hier geht es ganz klar um von oben in Auftrag gegebene politische Interessen, Anweisungen und Entscheidungen, die Staatsanwälte, Richter, Behörden und die Firma POLIZEI als Erfüllungsgehilfen und Inkassodienst zu befolgen haben. Und natürlich nicht zu vergessen die kleinen persönlichen Ego Trips und Animositäten der sogenannten Staatsanwälte in Neubrandenburg und der Richter am Amtsgericht Waren.

Da wir schon beim Thema sind, ca. 40 % Prozent der Mädels in Haus D sitzen aufgrund von Strafbefehlen, die sie nicht bezahlen können.

Oder wegen Schulden, die sie dem Finanzamt nicht mehr bezahlen konnten. Da wurde die Firma dann fein platt gemacht und sämtliches Geld auf den Konten gesperrt, sämtliches Vermögen und Häuser enteignet bzw. mit hohen Hypotheken belastet. Dann kommen bei einigen Mädels die noch offenen Verfahren hinzu, wo zehntausende von Euronen an Anwälte und Gerichtskosten für die Verhandlungen bezahlt werden. Und nachdem dann lange Haftstrafen verhängt werden, werden die Menschen psychisch im Knast gebrochen, kaputt gemacht und wenn sie nicht Deutsche sind in ihr Heimatland abgeschoben.

Ein ganz großes Thema ist der Kinderklau.

Ich habe Mädels kennengelernt, die Mütter sind und nach öffentlichen Terminen von der Straße vor ihren Kindern weggefangen worden sind. Das Jugendamt stand bei Fuß und die Kinder befinden sich heute entweder bei Ehemännern, Lebensgefährten oder Verwandten oder eben im Kinderheim und Pflegefamilien.

Der Ausländeranteil ist interessant. In der Zeit wo ich dort war, waren auch Russen, Polen, Rumänen und Afrikaner dort zu „Gast“. Zum Teil auch Eheleute.

Auch wenn es sich für den einen oder anderen so liest, daß ich gegen Strafverfolgung oder entsprechende Bestrafung bin, nein dem ist nicht so. Ich kann mit einer Mörderin und einer Kinderschänderin nicht konform gehen. Auch nicht mit einem Vergewaltiger oder Gewalttätigen/Sadisten. Genauso wenig mit einer Diebin oder einem Betrüger. Man sollte doch immer nach der gesellschaftlichen Ursache suchen, denn wir werden ja nicht kriminell in diese Welt geboren, sondern viele werden erst zu Opfern und dann zu Tätern gemacht. Es ist ein allgemeines gesellschaftliches Problem, vor dem die meisten die Augen einfach verschließen und alle über einen Kamm scheren. Einmal Knast, immer Knast. Oder einmal straffällig, immer straffällig. Nein so einfach ist das nicht.

Und dann gibt es noch die Mädels, die systematisch psychisch kaputt gemacht werden.

Das nennt man auch Disziplinarmaßnahmen. Ein Mädel war dort wegen einer Geldstrafe. Soweit mir bekannt ist, wurde sie von Anfang an in den Haftraum gesperrt, da sie nicht kooperativ mitgearbeitet hat und die Justizbeamten beleidigt und das System in Frage gestellt hat. Die Folge davon war ein drei monatiger Wegschluß ohne Kontakt nach außen. Das Essen und die Getränke wurden reingegeben, Gespräche mit der Abteilungsleiterin bzw. mit Beauftragten hat sie abgelehnt. Es waren zum Teil Einsätze von bis zu acht Justizbeamten nötig, um die Zelle zu betreten oder sie in den sogenannten „Bunker“ zu verfrachten, wo sie an Händen und Füßen gefesselt wurde. Ihr wurde auch eine Freistunde mit Fußfesseln angeboten. Mit dem Endergebnis, daß sie in die Forensische Abteilung (Irrenhaus) eingeliefert wurde. Es mag sich jeder selber vorstellen wie es ist, monatelang allein, ohne jeglichen Kontakt zur Außenwelt eingesperrt zu sein und dabei normal zu bleiben. Und das ist durchaus Tagesordnung in der JVA.

Die sogenannten Justizbeamten tragen zum großen Teil mit dazu bei, daß sich viele Mädels schlecht und diskriminiert fühlen. Einige Gute sind human und behandeln die Mädels vernünftig, reden mit ihnen, bauen sie auf, führen lange Gespräche und nehmen viel Verantwortung wahr. Andere wiederum halten den Daumen drauf, machen abfällige Bemerkungen und behandeln viele Mädels wie kleine unmündige Kinder. Die Selbständigkeit wird den Mädels bewußt aberzogen. Ich hatte stellenweise den Eindruck, in einem Kindergarten zu sein, indem Verbote auf der Tagesordnung stehen und Regeln permanent einzuhalten sind.

Auch die Thematik Suizid ist interessant. Ich habe zumindest einmal gesehen, wie am Wochenende der Notarzt und der Rettungsdienst reingefahren kamen und tätig werden mußten. Bestimmt nicht, weil sich jemand an zu heißem Essen verbrannt hat. Manchmal haben Männer geschrien oder auch das Mädel welches jetzt in der Forensischen Abteilung ist, hat das ganze Haus unterhalten mit Selbstgesprächen oder Schreien und dem Versuch, einfach mal seine Verzweiflung, seine Angst und die aufgestauten Gefühle loszuwerden.

Wenn es Probleme mit Häftlingen in anderen Häusern gab, wurden wir eingeschlossen und die Beamten gingen dann in die anderen Häuser zur Hilfe und Unterstützung. Soweit zum Thema Personalmangel.

Thema Kontrolle: Es wird alles kontrolliert. Die persönliche Wäsche wird nach dem Waschen in der Wäscherei (die sich gleich neben dem Frauenknast befindet) kontrolliert. Die Telefongespräche über den öffentlichen Anbieter werden mitgehört. Bei Stellung des Antrages auf die Telefonkarte müssen alle Nummern, die man anrufen möchte mit Namen und Verwandtschaftsgrad angeben werden. Die Post wird bei Abholung geöffnet und nachgeschaut, ob nicht verbotene Dinge im Umschlag sind. Bei Abgabe der Briefe ebenso. Erst dann werden sie zugeklebt und aufgegeben. Die Adressen der Empfänger und Absender der Post sind in der Akte vermerkt, so daß die Anstaltsleitung genau weiß, an wen man Post schickt und von wem man sie bekommt. Briefmarken, Briefumschläge sowie Papier kann man im Laden kaufen oder sich schicken lassen. Pro geschicktem Brief von Freunden und Verwandten kann man sich 5 – 10 Briefmarken schicken lassen. Wenn man eingeliefert wird, kann man 4 Briefe verschicken. Die Kosten übernimmt die JVA.

Was den Umgang der Beamten mir gegenüber betrifft, so kann ich für mich sagen, daß ich höflich und vernünftig behandelt wurde, bis auf ein Gespräch mit der Abteilungsleiterin, wo ich als lebendes Weib Arbeitsmittel zum Erstellen von Dokumenten aus meiner Tasche haben wollte. Den sogenannten Antrag habe ich entsprechend verfaßt. Daraufhin hat sie in der Habe angerufen und gefragt, ob dort die Sachen vom lebenden Weib anke vorhanden sind. Das war psychologisch „wertvoll“ und erniedrigend. Weitere Gespräche fanden mit der Abteilungsleiterin und dem Leiter der Anstalt statt. Diesem habe ich meine Willenserklärung und meine Geburtsurkunde zukommen lassen.

In einem weiteren Gespräch mit der Abteilungsleiterin ging es um einen Vollzugs- und Eingliederungsplan für die Person. Auf meine Nachfrage hin, für wen der erstellt werden soll kam die Antwort für „Sie“. Auf nochmalige Nachfrage stellte sich dann heraus, daß er für die Person erstellt wird. Damit habe ich die Haftung und Auskünfte erneut zurückgewiesen. Auf weitere Nachfrage daß dieser Vollzugs- und Eingliederungsplan ja wohl nichts anderes wäre wie eine Eingliederungsvereinbarung bei einem Jobcenter wurde mir dies bejaht. Ebenso, daß ich diesen ja nicht unterschreiben muß. Das wurde auch bejaht mit der Begründung, daß es egal wäre und er gültig ist. Auf meine Forderung nach einer Kopie des Haftbefehls und des Identitätsnachweises hat mir die Abteilungsleiterin gesagt, daß ich diese nicht bekomme und es reicht, daß die JVA diese hat.

Um es hier auf den Punkt zu bringen, wenn Du im Knast bist, hast Du bis auf die Möglichkeit, Dir einen Systemanwalt zu nehmen und Dich vertrauensvoll an die Staatsanwaltschaft zu wenden, so gut wie keine Möglichkeiten, Dich zu wehren und/oder Dich zu verteidigen, da Dir alle Wege und Möglichkeiten genommen werden. Du bekommst keinerlei Informationen von draußen und wirst Stück für Stück psychisch mürbe gemacht, bis Du klein bei gibst oder so kaputt bist, daß Du in der Forensischen Abteilung landest und unter Betreuung gestellt wirst.

Das Gespräch mit dem Leiter der Anstalt hat mich in dieser Annahme nur bestätigt. Dieses Gespräch fand aufgrund des Haft- und Vollzugsplanes statt, da mich die Abteilungsleiterin gefragt hat, ob ich ein Gespräch mit dem Leiter wünsche. Das habe ich bejaht. Was empfindet man, wenn man einem „Menschen“ gegenübersitzt, der Dich analysiert und versucht, mit einer sehr guten psychologischen Ausbildung an den Haken zu bekommen? Meine Frage habe ich mir während des Gespräches selber beantwortet. Diese Menschen haben ihre Seele verkauft! Auf meine Willenserklärung ist er nicht eingegangen, genauso wenig auf die Geburtsurkunde. Seine Antwort war ganz klar, daß die Person bis zum 10. Dezember in Haft bleibt oder freigekauft wird!

Der Gefängnisbus ist in der Woche täglich unterwegs gewesen, um Gefangene in andere Haftanstalten zu verlegen. Morgens gegen 8 Uhr fuhr er vor und nachmittags kam er wieder und hat neue „Ladung“ eingefahren.

Selbstverständlich hat man die Möglichkeit, über eine externe Telefongesellschaft eine Karte zu bekommen. Per Antrag versteht sich. Und diese wird dann über Pay Pal oder über die Website direkt aufgeladen. Die Kosten dafür sind nicht unerheblich. Es ist schon dreist, von denen, die sowieso schon nichts haben, dann noch mehr abgezockt zu werden bzw. deren Familie, Freunde und Verwandte.

Für die, die vollkommen mittellos in Haft genommen werden, kann man auch Taschengeld beantragen. Das sind dann 30 Euro im Monat, die man im Laden wieder an Tabak, Kaffee oder andere Dinge ausgeben kann.

In den letzten Tagen meines unfreiwilligen Aufenthaltes wurde der Gefängnistrakt gegenüber des Frauenknastes freigezogen. Von vorne sieht das Gebäude ansehnlich aus. Von hinten sieht man das ganze Ausmaß. Die Fenster sind zum Teil mit Mülltüten verhangen, da es keine Gardinen oder Verdunkelung gibt. Alles ist alt, alte Fenster, nach Aussagen einiger Mädels schimmelt es im Gebäude und den Hafträumen, es ist feucht und die Bedingungen sind katastrophal. Die Männer haben zum Teil ihr Essen aus dem Fenster geworfen. Die Packungen lagen dann überall herum und das ist natürlich das reinste Paradies für Ratten, die dort herumlaufen. Zwar treiben sich auch Anstaltskatzen herum, ob sie sich jedoch mit einer Ratte anlegen wage ich zu bezweifeln.

Zum Schluß möchte ich auf das Thema Geld eingehen. Strafbefehle haben in den letzten Jahren erheblich an Umfang zugenommen. Sie sind eine schnelle Einnahmequelle und wer nicht zahlen kann wird in die JVA verbracht. Eine JVA ist eine riesen Geldwaschanlage. Mit jeder Haft wird ein Gefängnisbond angelegt, der mit der Gefangenenbuchnummer generiert wird und die Unterschrift darf natürlich nicht vergessen werden. Jede Unterschrift ist Gold wert und wird bis zu neunmal kopiert und an der Börse mit entsprechend eröffneten weiteren Konten und Unterkonten gehandelt. Hier geht es um Kollateral- und Treuhandmißbrauch und Betrug in ganz großem Stil, der übrigens weltweit stattfindet. Nicht nur eine JVA hält sich so über Wasser. Jede Behörde, jede Staatsanwaltschaft, jedes Gericht, jeder Landkreis, jede Gemeinde arbeitet so mit der Doppik (doppelte Buchführung). Die Höhe meines Gefängnisbonds betrug in den 28 Tagen ca. 10 Millionen US Dollar, welche von einem meiner Kollateralkonten geplündert wurde. Das kann ich nachweislich belegen.

An dieser Stelle frage ich mich, warum ausgerechnet jetzt der Bundespräsident samt Gattin Mecklenburg-Vorpommern besucht und sich dort eine JVA ansieht? Gibt es in den anderen Bundesländern keine?

Das war mein Gedächtnisprotokoll von 28 Tagen Knast, die mich in vielerlei Hinsicht bestärkt haben, daß ich das höchste Gut und Glück dieser Welt habe: Meine Familie, meine Freunde und eine Gemeinschaft, die geholfen hat, mich raus zu holen! Dafür bin ich unendlich dankbar! Ich habe nie die Hoffnung aufgegeben und mir immer gesagt, daß alles gut wird.

Ich hatte Zeit, Zeit zum Nachdenken über den Sinn meines Lebens. Über die Liebe zu meinen Kindern und Menschen, die einen Platz in meinem Herzen haben. Ich habe für mich entschieden, jeden Tag noch bewußter zu genießen. Und das Allerwichtigste: Liebe zu schenken und zu empfinden, denn die Liebe ist die größte Kraft, die es gibt.  


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