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Wirtschaft
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Der VW-Konzern v.s. Zulieferer

Die extremen Bedingungen der Zulieferer in der Automobilindustrie, haben mit der Verschiebung der Lagerkapazitäten auf die Strasse, einer „Just in Time“ Lieferung der zur Produktion benötigten Bauteile einen neuen Höhepunkt erreicht. Zwei Zuliefer die ES Automobilguss, spezialisiert auf Ausgleichsgetrieb und die Firma Car Trim/Sitzbezüge verweigern die Teilelieferung an VW.

„Aus Sicht von ES und CarTrim ist die aktuelle Lage eine Folge einer frist- und grundlosen Kündigung von Aufträgen durch VW. Volkswagen habe keinen Ausgleich für die Kündigungen gewährt. Die Ansprüche beliefen sich auf einen mittleren zweistelligen Euro-Millionenbetrag. „

„VW zwingt uns zu diesem Vorgehen, um unsere eigenen Mitarbeiter in Niedersachsen und Sachsen zu schützen und letztlich den Fortbestand des Unternehmens zu sichern.
Geschäftsführer der ES Automobilguss, Alexander Gerstung „ [1]

VW erwirkt eine einstweillige Verfügung und hat die Anträge zur Vollsteckung gestellt, die mit einer Androhung von Ordnungsgeldern bis zu 250.000 Euro hinterlegt sind. VW begründet diese Maßnahme mit der in dem Zwickauer Werk anstehenden Kurzarbeit von rund 8.000 Mitarbeitern.

Auf der einen Seite wird ein Lieferant zur Lieferung seiner Teile gezwungen, obwohl er ein berechtigtes Interesse eigener Forderung hat. Dazu wird der ganze Einfluss des VW-Konzerns eingesetzt.

„Ein VW-Sprecher sagte, der Autobauer sei gezwungen, "die zwangsweise Durchsetzung der Belieferung vorzubereiten, und zwar mit den uns zur Verfügung stehenden gesetzlich vorgesehenen Mitteln". Dazu gehören ein Ordnungsgeld, Ordnungshaft und Beschlagnahme der benötigten Teile, die über das Gericht beantragt wurden.“ [2]

Das läßt die Frage entstehen, wird der politische Einfluss des VW-Konzerns zur Durchsetzung von Konzerninteressen genutzt?

Anderseits sind die Hintergründe des Streits nicht offensichtlich, jedenfalls ist unklar warum überhaupt ES Automobilguss sich an diesen Streit beteiligt. Die ES Automobilguss wurde erst im November von der Prevent-Gruppe übernommen.

„Das Ganze ist für die Beschäftigten in der Region eine Riesenkatastrophe, weil die Region abhängig vom Automobilbau ist.“
Regionalbevollmächtigter der IG Metall, Thomas Knabel

Wer steht hinter der Prevent-Gruppe?

„Prevent hat die alteingesessenen deutschen Zulieferer wie den ES Automobilguss über ihre erst im Juni 2014 gegründete, in den Niederlanden registrierte Beteiligungsgesellschaft „Eastern Horizon“ gekauft. Beide Unternehmen gehören erst seit wenigen Monaten zu der Gruppe.“

Bereits im Mai 2016 mussten Fiat-Chrysler und VW in Brasilien vorübergehend die Produktion stoppen, nachdem der Sitzhersteller Keiper seine Lieferungen eingestellt hatte. Ford und Hyundai sollen ebenfalls betroffen gewesen sein. Keiper gehört ebenfalls zur Prevent-Gruppe.

Die Eastern Horizon hat ihren Sitz in Amsterdam und firmiert offiziell als Finanzholding. In den wenigen Monaten ihres Bestehens hat sie mehrere strategisch wichtige Zulieferer aufgekauft.[3]

Es bleibt abzuwarten, wie stark der Druck auf den VW-Konzern aufgebaut wird und welches Ziel mit einer Schwächung des VW-Konzern wirklich verfolgt wird. jb/Aug.2016

 

Quellen

[1] [2] http://www.mdr.de/sachsen/chemnitz/vw-zulieferer-plauen-schoenheide-100.html

[3] http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/unternehmen/volkswagen-zulieferer-mit-wem-hat-vw-da-eigentlich-streit-14396260.html

Bildmaterial: Pixabay

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