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industry 611668 1280In der überbordenden Informationsflut dieser Zeit ist es dem einzelnen Menschen kaum mehr möglich, wichtige Zusammenhänge oder Daten herauszufiltern, denen zweifelsfrei objektive Relevanz zugeschrieben werden kann.

So gerät der Umgang mit dem in sich überdies auch noch widersprüchlichen Informationsbrei zu einem bestimmten Thema für die meisten Menschen immer mehr zu einer Glaubensfrage. Abhängig von ihrer persönlichen Voreinstellung neigen Menschen eben dazu, eher das eine oder das andere als richtig anzusehen.

Die Macher der Informationsflut heute (kommerzielle Medien, PR-Industrie, Interessenverbände) indes wissen recht genau um diese Lage – schließlich sind sie es meist selbst, die ja gezielt für ihre Entstehung sorgen.

Dies belegt der Befund, der von der Berliner Medienwissenschaftlerin Barbara Bearns bereits 1991 publiziert und viel diskutiert wurde, wonach der Anteil PR-induzierter Information bis zu 80% betrage und die Öffentlichkeitsarbeit Themen und Timing der Medienberichterstattung unter Kontrolle habe [1].

Es entsteht ein unangenehm klares Bild. Dass sich die Lage seitdem verbessert haben könnte ist mehr als unwahrscheinlich. Im kommerziellen Medienbereich kann durch Konzentrationsprozesse und journalistische Poolung wohl eher vom glatten Gegenteil ausgegangen werden. Deutlich wird die ungute Situation besonders an wichtigen Zeitthemen, wenn starke ökonomische Interessen berührt sind. Der einzelne Informationskonsument findet im öffentlichen Diskurs hierzu für seine Urteilsfähigkeit keine Basis mehr vor. So bleibt ihm nur die Option, diesen oder jenen Protagonisten Glauben zu schenken oder sich vom Thema ganz abzuwenden.

Wie verheerend sich das Ganze auf die Erkenntnislage nicht nur des breiten Publikums, sondern inzwischen auch hinein bis in Fach- und Wissenschaftskreise auswirkt, lässt sich beklemmend deutlich am öffentlichen Diskurs zum „Klimawandel“ vorführen.

Hinweis: Dieser Artikel dient der systemischen Betrachtung, zur Vorgehensweise der industriellen Lobbyisten und deren Auswirkungen auf die Gesellschaft. Die alleinige Mitteilung das Diesel-Kfz verboten werden ist ein Symptom, nichts weiter. Damit das erkannt wird ... poste ich unseren Artikel zur Umwelt-Klimapolitik auch noch die nächsten 10 Jahre.


"DEUTSCHLAND........ ACHTUNG: In absehbarer Zeit dürfte es in Städten zu einem Fahrverbot für DIESEL-Autos (PkWs) kommen !

Dieselmotoren verbrauchen zwar weniger Treibstoff als Benziner... stossen aber mehr Schadstoffe aus. => Da sich nicht jedermann eine Neuanschaffung leisten kann, wird es voraussichtlich rasch zu einem Run auf gebrauchte Benziner kommen..... FOLGERUNG: Der Preis von gebrauchten Benzinern wird sich erhöhen und gleichzeitig der Umtauschwert gebrauchter Autos mit Dieselmotoren sinken!" (Kommentar von Ernst. U. Hofmann)


"Hierbei war zugleich auch noch ein Frontalangriff auf die Unabhängigkeit der Wissenschaft gelungen. Wer heute als Forscher im einschlägigen Bereich Karriere machen will, kann EINES sich NICHT leisten: Den Mantras der Kampagne offen zu widersprechen. Die Folgen kommen praktisch einer Kündigung gleich. Die für Wissenschaftler so wichtigen Fachmagazine verweigern plötzlich, Beiträge zu veröffentlichen. In der Folge fallen die Rankings, die genau das zur Bewertung wissenschaftlicher Arbeit heranziehen. So formt sich eine schizophrene Situation in der Wissenschaft, die man bei etlichen Publikationen nachlesen kann. Liest man Berichte und Studien sorgfältig, stößt man an nicht wenigen Stellen auf Fragezeichen, Einschränkungen und Ungereimheiten, die der Autor selbst wissenschaftlich korrekt anspricht. Im Abstract aber – also der Zusammenfassung - findet dies wenn überhaupt, nur sehr zurückhaltend Erwähnung. Vielleicht ein lässlicher Kompromiss für jemanden, der von seiner Wissenschaft eine Familie zu ernähren hat. Fatal jedoch für das sich bildende Gesamtbild.

Dass diese Gemengelage komplizierte Diskussionen und Verhandlungen geradezu erzwingt, sollte klar sein. Die Abnehmer wissenschaftlicher Arbeit – Politiker und Lobbyisten - streiten inzwischen vermutlich weniger um wissenschaftliche Fakten des Umweltschutzes – NEIN – sie streiten vor allem wohl eher darum, wer – an großen Teilen von Problem und Wissenschaft ganz vorbei – seine jeweiligen Interessen am effektivsten durchsetzen kann. DAS dürfte der hauptsächliche Unterschied in der Reaktion auf das FCKW-Problem in den 80er Jahren und der auf das angeblich so dringende CO2-Problem in den letzten 25 Jahren sein.

In diesem Licht besehen sagt das Kyoto-Protokoll eher wenig aus. Von was sollen denn nun 5% reduziert werden? Wer eigentlich misst denn die wahren CO2-Einträge? Nein – da gibt es Modellrechnungen und Modelle, auf deren Grundlage irgendwelche Grenzwerte festgelegt, Entscheidungen getroffen und Maßnahmen ergriffen werden – und das natürlich in aller Regel von Nicht-Wissenschaftlern, womit sich der Kreis zur offenen Durchsetzung ökonomischer Interessen dann endgültig schließt.

Der Treppenwitz dabei bleibt – selbst die im losgelösten Kokon gefassten Ziele werden regelmäßig verfehlt. Eigentlich kein Wunder: Techniker von Automotive-Konzernen ringen auf ihren Testständen bei den Verbräuchen um die dritte Stelle hinter dem Komma – zugleich aber promotet ihre arbeitgebende Industrie den schweren meist auch geländegängigen SUV (absolut sinnvoll in Ländern mit den dichtesten Straßennetzen der Welt) oder Van (falls jemand doch mal Kinder im Hulk-Format haben sollte). Mit anderen Worten: Was man vorne mit Händen mühsam aufbaut, schmeißt man mit dem Hintern wieder um, weil - achja - der Konsument, das Publikum es so will. WARUM denn will das Publikum es so? Welche andere Wahl bleibt dem Publikum, als die Fahrzeuge zu kaufen, die man ihm – unterschwellig flankiert von Klimaschutzphantasien – anbietet oder besser aufdrängt.

Fakt bleibt, längst könnte sich ein Großteil Individual-Motorisierung sich aus Fahrzeugen der Verbrauchsklasse 5 Liter/100km und darunter rekrutieren. Längst könnten große Teile des die Verkehrswege zermürbenden Schwerlastverkehr auf die deutlich umweltverträglichere Schiene verlagert sein – doch das Gegenteil ist der Fall. Das geht alles – nur man will es offenbar nicht. Auch zeigt sich, dass bei allem Chaos im zunehmend gewillkürten System für eines immer Platz ist: nämlich für immer wieder neues Abkassieren beim Endverbraucher.

Die Industrie verscherbelt ihre Produkte - und die Staaten holen sich mit Steuern und Gebühren ihren Stück vom Kuchen, den sie Hand in Hand mit Konzerninteressen gebacken haben.

Doch damit nicht genug – der Gipfel aller Schildbürgerstreiche im Klimaschutz ist ein Konstrukt, das besonderer Beachtung bedarf: Für die Erreichung der Klimaziele gebaren irgendwelche Lohn-Ökonomen die grandiose Idee eines Handels mit „Emissions-Rechten“. Wikipedia beschriebt diese Eselei als Zitat: „Instrument der Umweltpolitik mit dem Ziel, Schadstoffemissionen mit möglichst geringen volkswirtschaftlichen Kosten zu verringern“.

Da schau her – *möglichst geringe volkswirtschaftliche* Kosten stehen also im Fokus. Offenbar war der Spar-Appeal dieser Kalberei derart motivierend (überflüssige Agenturen, Pöstchen, heiße Luft zum Handeln...), dass der logische Purzelbaum dahinter gern übersehen wurde: Ein Handel mit „Verschmutzungsrechten“ kommt ungefähr einem Handel mit Kriminalität gleich: Man soll sich also einen Mord kaufen können, wenn man einen potentiellen Mörder findet, der auf den eigentlich ihm zustehenden Mord verzichtet? ... [1]

[1] http://www.vision-d.org/index.php/vision-d/9-vision-d/28-klimadrama-wettermacher-zauberlehrlinge-geschaeftsmodelle

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