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Wirtschaft
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Noch nie seit der Einführung des Geldes wurden die Zinsen weltweit so lange so niedrig gehalten und noch nie sind derart riesige Geldsummen aus dem Nichts geschaffen und zu so günstigen Konditionen vergeben worden wie seit der Krise von 2007/2008. Mehr als zwanzig Billionen Dollar haben die Zentralbanken bis heute ins weltweite Geldsystem gepumpt und dabei mehr als 700 Mal die Zinsen gesenkt.

Jetzt soll allerdings mit dieser „Politik des billigen Geldes“ Schluss sein. Seit einiger Zeit verkünden Politiker und Zentralbanker rund um den Globus, dass sich die Weltwirtschaft inzwischen stabilisiert habe, sie deshalb das Ruder herumreißen und sich von der „lockeren Geldpolitik“ verabschieden könnten. [...]
Finanzielle Massenvernichtungswaffen

Ein Derivat – der von der JP-Morgan-Bankerin Blythe Masters Mitte der 90er Jahre entwickelte CDS (credit default swap, zu deutsch: Kreditausfallversicherung) – trieb das Wettgeschäft auf die Spitze: Durch den Erwerb eines CDS konnten auch an einer Kreditvergabe nicht beteiligte Parteien auf den Ausfall eines Kredites wetten. Obwohl vom US-Starinvestor Warren Buffett als „finanzielle Massenvernichtungswaffen“ angeprangert, wurden die CDS zum Renner unter den Derivaten – mit verheerenden Folgen.
Als der New Yorker Hedgefonds Long Term Capital Management (LTCM) 1998 wegen Fehlspekulationen im Währungshandel ins Trudeln geriet, schlossen informierte Investoren in Windeseile eine große Zahl von Kreditausfallversicherungen auf ihn ab. Als LTCM innerhalb weniger Wochen tatsächlich zahlungsunfähig wurde, standen plötzlich Ausfallzahlungen in Höhe von ca. einer Billion US-Dollar im Raum.

Da diese Summe einige der zur Kasse gebetenen Banken in den Abgrund gerissen hätte, taten sich die größten unter ihnen zusammen und kauften LTCM einfach auf. Die Rettungsaktion kostete sie zwar ca. 4 Milliarden US-Dollar, verhinderte aber ihren Untergang, der möglicherweise über einen Domino-Effekt zum Zusammenbruch des gesamten Systems geführt hätte.

Besonders interessant an diesem ersten Beinahe-Zusammenbruch des globalen Finanzsystems war die Tatsache, dass er in der Öffentlichkeit so gut wie gar nicht wahrgenommen wurde – mit der Folge, dass die Politik sich aus der Verantwortung stehlen und so tun konnte, als sei nichts passiert. Statt ihren Kurs zu ändern und die Menschen vor den Gefahren, die sich im Fall LTCM mehr als deutlich gezeigt hatten, zu warnen, setzten die zuständigen Politiker den Kurs der Deregulierung hemmungslos fort und sahen teilnahmslos zu, wie das internationale Wettcasino kontinuierlich weiter ausuferte.

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Bild: Pixabay

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