Politik Inland
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radar 2799606 1280Von Frederik Bombosch, Andreas Förster, Andreas Kopietz, Kai Schlieter, Berliner Zeitung

Anis Amri kam nach Deutschland, um im Auftrag des IS zu morden. Die Sicherheitsbehörden hatten den Terroristen von Beginn an im Visier. Das belegen tausende interne Dokumente zum Fall. Warum hielt ihn niemand auf?

Als Anis Amri am 6. Juli 2015 seine Finger- und Handabdrücke zur erkennungsdienstlichen Behandlung in Freiburg im Breisgau abnehmen lässt, ist er scheinbar nur ein weiterer Flüchtling unter Tausenden. Doch dieser Mann reist unter falschem Namen ein: „Anis Amir“ steht im Protokoll der Beamten. Fast 900.000 Menschen kommen binnen eines Jahres nach Deutschland. So viele wie nie zuvor. Die langfristigen politischen Folgen dieser Flüchtlingskrise sind noch gar nicht absehbar. Und das Getriebe der deutschen Bürokratie bekommt 2015 eine Unwucht.

Das nutzt ein junger Mann, der nach vier Jahren Haft in sechs italienischen Gefängnissen vor allem eines ist: agil, aggressiv, desintegriert und ohne Vorstellung von einem besseren Leben. Anis Amri, geboren am 22. Dezember 1992 in Tunesien, unternimmt keinen Versuch, sich eine redliche Existenz aufzubauen. Er ermordet in Berlin zwölf Menschen.

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Bild: Pixabay

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