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Mo, Feb

Politik Inland

Fernsehterror im Ersten. Seit die Prämisse der DDR-Außenpolitik (von deutschem Boden darf nie wieder Krieg ausgehen) in den Neunzigern durch den Grundsatz »Kein Krieg mehr ohne uns« ersetzt worden ist, ist nicht nur die Militarisierung der Politik, sondern auch des Denkens angesagt. Wer Krieg führt, braucht die Unterstützung von der Heimatfront. Das haben die Programmgestalter der ARD offenbar verinnerlicht. Deshalb ließen sie am Montag die Zuschauer darüber abstimmen, ob man ein Passagierflugzeug, das Terroristen angeblich in ein vollbesetztes Fußballstadion lenken wollen, vorher abschießen darf oder nicht. Nicht zur Auswahl und damit auch nicht zur Diskussion stand die Möglichkeit, die Militarisierung der Außenpolitik und den durch die Führung von Angriffskriegen verbreiteten Staatsterrorismus der westlichen Welt sowie den internationalen Waffenhandel zu stoppen. So erzielten die Filmemacher und ihre Auftraggeber das gewünschte Ergebnis: Jeder, der sich an der Abstimmung beteiligt hat, folgte der Kriegslogik. Und darum ging es. (ulis)

Quelle:Junge Welt

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