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26814662 1587578914669294 3000170645436007345 nvon Hinter den Kulissen

Nun ist das eingetroffen, was wir vor längerer Zeit schon befürchtet haben: Das NATO-Mitglied Türkei hat mit einer Militäroffensive gegen die von den USA unterstützten Kurden in Nordsyrien begonnen!

Von unseren Quellen vor Ort haben wir nun einige detaillierte Informationen erhalten, wie es zu dieser paradoxen Eskalation kommen konnte.

Die russische Regierung hatte quasi bis zur letzten Sekunde versucht, diesen Konflikt diplomatisch zu lösen. Es gab mehrere Geheimtreffen russischer Diplomaten mit Führern der syrischen Kurden. Um eine drohende Offensive der Türkei auf Nordsyrien abzuwenden, machten die Russen den Kurden den Vorschlag, die Außengrenzen Syriens durch syrische und russische Truppen sichern zu lassen

– die Städte sollten weiterhin von kurdischen Bürgerwehren kontrolliert werden (was als eine Art Zugeständnis zur Autonomie von Seitens Assad an die Kurden gewertet werden kann). Dieser Vorschlag war jedoch mit einer Vorbedingung geknüpft: So sollten die Kurden die von ihnen besetzten Öl-Quellen in Ostsyrien der gesamten syrischen Bevölkerung zur Verfügung stellen, von den Einnahmen durch den Verkauf sollten also alle kriegsgebeutelten Syrer profitieren und die Infrastruktur des Staates wiederhergestellt werden – also in den Regierungsgebieten und der kurdischen Autonomie gleichermaßen.

Die Kurden lehnten jedoch ab und sie gaben deutlich zu verstehen, dass von nun an die USA über die Bodenschätze in Ostsyrien herrschen würden. Und die USA würden nach fester Überzeugung der Kurden niemals zulassen, dass die Türkei die Kurden angreifen.

Die Kurden waren sich also der Unterstützung der Amerikaner so sicher, dass sie keine Kompromisse zum Frieden mit der restlichen Bevölkerung mehr eingehen wollten. Dazu sollten man auch wissen, dass die von den Kurden und den Amerikanern besetzten Öl-Quellen sich in Deir Ezzor befinden, wo ausschließlich Araber leben und Kurden keinen historischen Anspruch darauf erheben.

Aber wer sich auf das Spiel der USA einlässt, muss meistens einen hohen Preis für ein solches Bündnis zahlen. Das Schicksal der irakischen Kurden hätte die syrischen Kurden allerdings abschrecken müssen. Diese wurden in den letzten Monaten nach einem Unabhängigkeitsreferendum militärisch aus großen Teilen des Iraks (darunter Kirkuk) vertrieben, wobei die Amerikaner nicht einschritten.

Unter dem Gesichtspunkt, dass die syrische Armee und die kurdische YPG eigentlich die gleichen Feinde haben – und zwar den IS, Al-Kaida und FSA – und all diese Terrorgruppen in der Vergangenheit von den USA unterstützt wurden, erscheint die Haltung der Kurden unverständlich.

Sollten jetzt die Amerikaner die Kurden nicht zur Hilfe kommen, könnten die Führer der Kurden unter enormen Druck der eigenen Anhänger geraten. Die Führer der Kurden setzten das Leben ihres eigenen Volkes aufs Spiel, weil sie sich scheinbar von den Amerikanern haben kaufen lassen.

Die USA lieferten in den vergangenen Tagen mit der Information, dass sie eine von Kurden dominierte Grenztruppe mit 30.000-Bewaffneten aufstellen wird, sogar den letzten Vorwand für die Türkei in dieses Gebiet einzumarschieren. Denn die Türkei hatte genau vor ein solches Szenario vor Monaten gewarnt und die USA freundlich darum gebeten, nicht-staatliche Strukturen nicht mehr zu bewaffnen. Auch Russland gibt den USA die Schuld für die jetzt angelaufene Militäroperation der Türken, weil die USA immer mehr Waffen in diese Region an Rebellen liefern und einen friedlichen Prozess damit unmöglich machen. Und erst recht jetzt, wo die IS-Terrormiliz so gut wie besiegt wurde, intensivieren die USA paradoxerweise die Waffenlieferungen an die SDF.

Die von den USA kontrollierte SDF wird zwar von der kurdischen YPG dominiert, aber in dieser Miliz kämpfen auch viele ehemalige IS und Al-Kaida Terroristen (arabischer Teil des SDF). Es ist klar, dass die USA mit dem „Instrument SDF“ nicht an Frieden interessiert sind, sondern mit Hilfe dieser Miliz ihre eigenen geopolitischen Interessen verfolgen. Zum Beispiel den Einfluss Russlands, des Irans oder Syriens entgegenzuwirken, die Region instabil zu halten und dafür Sorge zu tragen, dass das Öl stets mit dem US-Dollar abgerechnet wird. Russland, Iran und Syrien sind die Staaten, welche das Monopol des US-Dollars brechen wollen. Zuvor versuchten es bereit der Irak unter Saddam Hussein und Libyen unter Muammar Gaddafi.

Unter diesen Umständen ist es nicht verwunderlich, dass Russland und Syrien wegen der türkischen Invasion erst einmal Zurückhaltung ausüben werden, um zu sehen, wie nun die USA ihre kurdischen Marionetten am Boden helfen wollen – und zwar wohlgemerkt gegen einen NATO-Partner. Die Türkei fürchtet nämlich bei den ganzen geopolitischen Spielchen der USA um ihre eigene territorialen Integrität.

Die Kurden haben sich letztendlich selbst in diese Situation gebracht, weil sie sich komplett auf die USA verlassen und friedliche Kompromisse aus Russland abgelehnt haben. Tausende Zivilisten in Afrin sind während der ersten Luftangriffe in von Assad beherrschte Gebiete geflohen. Die Türkei kündigte bereits auch eine Offensive auf Manbidsch an, wo auch US-Soldaten vor Ort völkerrechtswidrig stationiert sind. Beobachter gehen aber davon aus, dass sich die US-Armee auf die östliche Seite des Euphrats zurückziehen und die Kurden auf der westlichen Seite im Stich lassen werden. Sollten die USA aber den Kurden in irgendeiner Weise gegen die Türkei zur Hilfe kommen, wird die Türkei aller Voraussicht nach, den Luftraum über die Türkei für die USA schließen, was zur Folge hätte, dass die Kurden dann komplett von der Außenwelt angeschnitten wären und die USA sich komplett aus Syrien zurückziehen müssten. Im aller schlechtesten Fall, kommt es zur Eskalation zwischen den beiden NATO-Staaten USA und Türkei.

Quelle: https://www.facebook.com/Hinter.d.Kulissen/posts/1587578991335953

Bild: HDK

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