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DAS RENTENKOMPLOTT (Teil 2)

Die Rentenshow ... (VISION-D 2016 / js)

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Unsere Betrachtung im ersten Teil ergab, dass aus übergeordneter Sicht so etwas wie eine demographische Katastrophe praktisch nicht zu existieren scheint. Dass dies angesichts der seit langem auf uns einprasselnden Mainstream-Kommunikation verstören muss, ist verständlich. Der Grund dafür ist jedoch weniger in unserem Vorgehen zu suchen, als bei den unablässig aus allen Richtungen verbreiteten Mantras des Mainstreams.
Ist unser Ergebnis glaubhaft?

Wenn man zu derart abweichenden Aussagen kommt, ist dies zu Recht die erste Frage, die sich stellt. Das sehen auch wir bei VISION-D so – und daher soll dieser zweite Teil der Reihe überwiegend deren Beantwortung dienen. Hierzu setzt das Diagramm in Bild 1 die wichtigsten Parameter in Beziehung, auf denen unser Ergebnis basiert. Schauen Sie sich die Diagramme in Ruhe an - sie haben zwei Wertachsen, weil der zeitliche Verlauf von Parametern mit verschiedenen Wertebereichen direkt gegenüber gestellt werden soll.

Zur unserer Methodik. Für die Berechnungen von Zahlungen und Bedarf verwenden wir die Daten der Bevölkerungsvorhersage von destatis [1][2] direkt. Dies erscheint uns als die vertrauenswürdigeste Basis - denn destatis kann sich Ungereimtheiten am wenigsten von allen leisten, da dort stets eine Notwendigkeit zur Konsistenz mit dort laufend zusammen getragenen Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung (VGR) besteht, über die das wichtige BIP ermittelt wird. Die Bevölkerungsvorhersage von destatis enthält Angaben über die zu erwartende Entwicklung von drei Bevölkerungsgruppen: 0 bis 20 Jahre, 20 bis 60, 65 oder 67 Jahre, und entsprechend 60, 65 oder 67 Jahre und älter. All diese Angaben erfolgen in Variationen zu Geburtenrate, Migration und Lebenserwartung. Wir übernehmen diese Daten in unsere Rechnungen und legen - vereinfachend - die jeweils kompletten Gruppen der 20 bis 60, 65 oder 67 als Beschäftigte zugrunde - und entsprechend die der über 60, 65 oder 67-jährigen als Rentenbezieher.

Diese Annahmen sind zwar vereinfachend, aber plausibel und sie liefern Aussagen, die mit der demographischen Prognose DIREKT in Beziehung stehen. Ebenso ist unsere Annahme von 1000 Euro als Durchschnittsrente vereinfachend. Doch das ist irrelevant, da die Höhe einer angenommenen Durchschnittsrente prinzipiell KEINEN Einfluss auf demographisch bedingte Phänomene hat. Der entscheidende Vorteil unserer Methodik ist, dass sich klar definierte Eckwerte bilden. Wenn sich Abweichungen ergeben, haben sie Ursachen, die nicht in unserer Rechnung und auch nicht in den Ausgangsdaten liegen können. Mit diesen Eckwerten lassen sich so andere Prognosen knallhart prüfen. Mehr dazu später in Teil 4.
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Bild 1: Unsere Basis-Parameter nach Variante 1

Weder wurde hier Wasser zu Wein gemacht noch Gold zusammengebraut. Unseren Berechnungen liegen - wie jeder prüfen kann - tatsächlich die beachtlichen Schwankungen zugrunde, die destatis prognostiziert. Des weiteren wurde eine recht konservative Wachstumsschätzung verwendet, die unter 1% liegt. Und dennoch zeigte sich: durch die bevorstehende Verrentung der geburtenstarken Jahrgänge sind allenfalls moderate Mehrbelastungen (unter 0,7% des BIP) zu erwarten, die zudem auch nur vorübergehender Natur sind. Wir reden hier über rund 20 - 30 Mrd Euro pro Jahr zur Spitzenzeit um 2030. Wie man in Bild 1 klar sieht, sind die im Verlauf der immerhin 43 Jahre Prognosezeitraum eintretenden Veränderungen in der Tat beachtlich – jedoch ist auch das über Jahrzehnte kumulierte Wachstum ebenfalls beachtlich. Und genau dieser zweite - für jede seriöse Prognose eigentlich unabdingbare - Teil ist es, über den man sich im Mainstream so angelegentlich ausschweigt.

Details unserer Abschätzung

Unsere im Grunde ja erfreuliche Überschlagsrechnung scheint schon mit der heutigen Realität eher wenig gemein zu haben, denn bekanntermaßen überschreiten heute nur relativ wenige Neu-Rentner noch jene 1.000 Euro Rente, die wir in unseren Analysen für Jeden und Jede über 65(!) Jahre zugrunde legen – und das preisbereinigt über den gesamten Zeitraum. Da unser Rechenweg systematische Fehler kaum zulässt, müssen die Gründe für die teils erheblichen Abweichungen woanders zu suchen sein – und genau dem werden wir jetzt nachgehen. Doch zunächst hier Bild 2, dass die Entwicklung einiger interessanter Parameter auf Basis unserer Annahmen zeigt.
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Bild 2: Wichtige Kenngrößen nach Variante 1

Der Verlauf der grauen Kurve in Bild 2 gleicht qualitativ dem der gelben in Bild 1 – nur dass diesmal die Summe der 1000 EUR Durchschnittsrente an alle über 65-jährigen aufgetragen ist. Ein Pfeiler unserer Kernaussage aus dem ersten Teil wird hier schon klar: für exorbitanten Anstieg des Gesamtbedarfs an Altersrente gibt es im destatis-Szenario nicht nur keine Anzeichen – der Gesamtbedarf beginnt nach 2040 bereits sichtbar zu fallen. Was im betrachteten Zeitraum indes dramatisch ansteigt, ist vor allem das BIP pro Kopf – denn wir setzen ja ein, wenn auch geringes, Wachstum voraus. Es ist allerdings so, dass sich dieses moderat angenommene Wachstum eben auf eine schrumpfende Bevölkerung verteilt, wodurch das Pro-Kopf Einkommen natürlich rascher steigt, als das BIP selbst.

Der Rest ist Handwerk: die Lohnquote ist in der VGR das Verhältnis zwischen BIP und dem Arbeitnehmerentgelt – diese bewegt sich erfahrungsgemäß nur langsam (bisher jedenfalls…) und liegt derzeit irgendwo knapp unter 75%. Multipliziert mit dem Pro-Kopf BIP kommen wir so zum Durchschnittsbrutto der Beschäftigten – und von dem sind aktuell 18,7% eben Beiträge zur Rentenversicherung. Das kann man alles natürlich noch viel genauer und detaillierter machen – aber uns interessieren hier vor allem die großen Zusammenhänge und deren Hauptgrößen sind erfasst.

Die auffälligsten Abweichungen

So nett das alles daher kommt, ein genauerer Blick auf Bild 2 sollte zumindest die Kundigen unter den Lesern alarmieren. Denn unsere graue Kurve weist als Rentenbedarf für ALLE 65-jährigen in 2013 einen Gesamtbedarf von nur rund 202 Mrd Euro aus. Gemäß unserem Sozialbudget [5] Seite 13 betrugen die altersbedingten Leistungen 2013 insgesamt aber deutlich mehr: rund 255 Mrd Euro - und zwar, und das ist wichtig, OHNE Invaliditätsleistungen (Frührenten sind dort als Invaliditätleistung separat ausgewiesen). Der naheliegende Schluss aus diesem Befund ist klar: Etliche der heute real gezahlten Altersversorgungen müssen deutlich über unseren angenommenen 1000 Euro pro Monat und Kopf liegen. Das soll hier nun keine Neiddebatte werden – allerdings ist eine Frage massiv zu erheben: Warum will hier wer ein offensichtliches Verteilungsproblem in den Altersbezügen hinter einer – wie bereits nachgewiesen – NICHT EXISTENTEN demographischen Katastrophe verbergen? Für die finale Betrachtung im Teil 4 zu dieser Beitragsreihe nennen wir dies Frage 1.

Denn es fällt ja noch mehr auf. Aufgrund unserer Annahmen weist unsere Schätzung, wieder für 2013, ein theoretisches Beitragsaufkommen allein zur Rentenversicherung von fast 365 Mrd Euro aus. Übersetzt mit unseren Annahmen bedeutet das: dies wäre die Summe, die die Rentenkassen einnehmen könnten, wenn sämtliches im BIP unter Arbeitnehmerentgelt verorteten Einkommen Beiträge in die Rentenversicherung abführen würde.

Gut – natürlich fallen hier Beamte und Selbstständige raus – denn diese produzieren Arbeitnehmerentgelte, die in Mehrheit aber KEINE Beiträge in die Rentenkasse abführen. Von den Zahlenverhältnissen her handelt es sich hier jedoch auch nicht um sonderlich große Gruppen. Weitere Produzenten von Arbeitnehmerentgelt ohne angemessene Beitragszahlung zur RV sind die Minijobs sowie alle Einkommensanteile, die jenseits der Beitragsbemessungsgrenze der Rentenversicherung liegen. Die ersten führen überwiegend kaum nennenswerte Beträge ab (nur wenige wählen die Option, von ihrem Minijob die 84,15 Mindestbeitrag zur RV einzuzahlen…) – aber rund 8 Mio Minijobs generieren insgesamt einen durchaus signifikanten Beitrag zum Arbeitnehmerentgelt.

Hohe Einkommen dagegen scheinen ja ohnehin unter dem besonderen Schutz der aktuellen Wirtschaftspolitik zu stehen. Sie nehmen sowohl an Zahl wie auch an Höhe überproportional zu. So schön das für den Einzelnen sein mag, ist es Pech für's Rentensystem: Einkommen über aktuell 6.200 Euro im Monat werden nur noch mit dem Höchstbeitrag zur RV – das sind knapp 1.160 Euro - belastet. Die Folge: von da an fällt die Beitragsquote mit weiter steigendem Einkommen, während auch das hohe Einkommen beim Arbeitnehmerentgelt weiter voll mit erfasst wird.

Mithin sind unsere 365 Mrd tatsächlich eher eine Orientierungsgröße, die sich in etwa erreichen ließe, würde man jegliches Arbeitnehmerentgelt angemessen zur Finanzierung der Renten heranziehen. Dabei bleibt unser Ansatz zumindest fair – denn wir reichen unsere fiktive Standardrente auch an JEDEN über 65 aus – ohne irgendeine Einschränkung, also auch an die ausgenommenen Berufsgruppen. Und so bliebt: für 2013 standen der bei uns ermittelten „theoretischen“ Beitrags­summe von 365 Mrd Euro nach dem Rentenbericht der Bundesregierung [4] lediglich 194 Mrd Euro an tatsächlichen Beitragseinnahmen der Rentenversicherung gegenüber. Eine so große Abweichung scheint allein mit unseren vereinfachenden Annahmen und dem eben Erwähnten kaum erklärbar.

Und wie zuvor auch: Diesmal geht es um Strukturprobleme in der Beitragserhebung selbst – die jedoch haben mit einer wie auch immer gearteten demographischen Katastrophe aber auch REIN GAR NICHTS zu tun. Die Grundzüge unseres heutigen Rentensystem entwickelten sich unter ganz anderen Bedingungen - nämlich in Jahrzehnten mehrheitlich gut bezahlter Arbeit, verteilt über einem funktionierenden Arbeitsmarkt. Weder gab es Millionenheere von Minijobbern noch von Niedriglöhnern. Die Einkommensunterschiede waren vergleichsweise gering und die Erwerbsbiographien weitgehend lückenlos.

All dies hat sich nicht zuletzt dank gewollter wirtschaftspolitischer Gestaltung der vergangenen Jahrzehnte grundlegend verändert. Ganz offensichtlich aber versäumte die Politik es, den durch ihre ureigene wirtschaftspolitische Gestaltung bedingten - und eigentlich vorhersehbaren - Strukturveränderungen auch durch Maßnahmen auf der Strukturebene der Rentenversicherung zu begegnen. Alles, was den Herrschaften hierzu einfiel, waren dramatische Kürzungsorgien an den Rentenansprüchen zukünftiger Rentnergenerationen. An der Stelle wird schon sehr deutlich, warum man diesen Popanz von der demographische Katastrophe unbedingt braucht – denn so lässt sich nicht nur das unpopuläre Vorgehen durchsetzen, sondern auch das eigene Versagen in der Rentenpolitik prima kaschieren. Und hier halten wir unsere Frage 2 für später fest: Kann es überhaupt legitim sein, aktuelle Einzahler der Rentenversicherung für den künftigen Bezug ihrer eigenen Renten in derart gigantischem Ausmaß schlechter zu stellen als die Vorgenerationen, die in den Genuss ihrer Einzahlungen gekommen sind? Eine Frage übrigens, die sich kurz über lang nicht nur Visionäre stellen dürften, wie dieser Artikel im Internet unterstreicht.

Weitere Folgerungen aus unserer Berechnung

Nach den auffallendsten Abweichungen wollen wir nun noch einige Erkenntnisse betrachten, die sich allgemein aus unserer Überschlagsrechnung ableiten – und die kaum weniger in diametralem Widerspruch zur jenen Fabeln stehen, die unser heutiger Mainstream unablässig verbreitet.

Erkenntnis Nummer 1 steht in besonders krassem Widerspruch zu dem von neoliberaler Irrlehre geprägten Sparwahn, wie er von nahezu allen etablierten Parteien, Merkel, IWF und allerlei Figuren aus 1001 Interessenverbänden über den gesamten Globus gleichsam wie Gülle-Kübel ausgekippt wird - und inzwischen bei jeder sich bietenden Gelegenheit auch mit finanzmafiöser Gewalt durchgedrückt wird: Bild 2 unterstreicht deutlich, dass nicht Lohnzurückhaltung das Rentensystem (und das gilt ähnlich für alle Sozialsysteme sowie das Gemeinwohl überhaupt…) sichern kann, sondern ein wirklich freier Arbeitsmarkt und eine Arbeitskultur, die um ordentliche Bezahlung zentriert ist. Entgegen neoliberal verzerrter Sichtweise brauchen Menschen zum Leben nicht Arbeit, sondern Einkommen. Wenn Arbeitnehmer auf dem Arbeitsmarkt Jobs nicht mehr zurückweisen können (weil von direkten Sozialleistungskürzungen bedroht…) zwingt man sie damit indirekt zur Annahme von Jobs mit eigentlich unzumutbaren oder gar ruinösen Konditionen. Und zu diesen gehört letztlich auch - und das allerdings sehr nachhaltig - ob man mit seiner Arbeit auch in angemessenem Umfang für sein Alter vorsorgen kann.

Zweite Erkenntnis: Unser Bild 2 zeigt klar und deutlich, wie locker eine Volkswirtschaft unseres Kalibers auch künftig eine ordentliche Verrentung der älteren Generation eigentlich weg stecken könnte – allerdings unter einer Voraussetzung: Nämlich nur dann, wenn das insgesamt erwirtschaftete Wachstum auch regelmäßig gerecht und vernünftig in der Gesellschaft verteilt wird, in der es erwirtschaftet wurde. Das bezieht sich vor allem auf die Arbeitslöhne – denn an denen hängen derzeit nun mal sämtliche Sozialsysteme. In diesem Punkt blickt unser Land in den vergangenen Jahrzehnten eben auf eine eher wenig ruhmreiche Zeit zurück - die womöglich weit mehr zum Rentenchaos beiträgt als die Entwicklung der Demographie.

Erwähnt sein soll noch, dass unsere Annahmen die Masse der künftigen Rentner gegenüber den aktuellen Verhältnissen bereits deutlich besser stellen: Wir haben 65 als Renteneintrittsalter zugrunde gelegt und rechnen durch die Preisbereinigung defakto mit vollem Inflationsausgleich. Mit den Auswirkungen der Erhöhung des Renteneintrittalters werden wir uns im nächsten Teil näher befassen – hier kann aber bereits jetzt schon Frage 3 für später formuliert werden: Sind die Entlastungen durch eine Erhöhung des Renteneintrittsalter tatsächlich derart groß, dass sich das unvermeidliche Gerechtigkeits-Chaos um das Vorgehen bei den jeweiligen Anpassungen der Altersgrenze wirklich lohnen? Böse Zungen könnten dem nämlich auch durchaus unterstellen, dass es sich hier womöglich um eine Nebelkerze zum Thema Rente handelt - mit der Funktion, die Diskussion möglichst auf Themen zu lenken, bei denen nichts zu holen ist…

Schließlich kommen wir noch zu einer der offenbar beliebtesten Verzerrungen in der Rentendiskussion. Wie dieses Beispiel der Regierungs-Kommunikation aus 2006 zeigt, griff und greift man bis heute sowohl in Politik als auch bei den Medien ausgesprochen gerne darauf zurück. Die Aussage: Künftig müssen X(viel weniger) Arbeitnehmer für Y(viel mehr) Rentner aufkommen - und deswegen eben komme man um Rentenkürzungen (aber auch Verlängerungen der Lebensarbeitszeit usw….) NICHT umhin. Schon bis hierhin deuten unsere Diagramme an, dass diese Argumentation eigentlich nicht allzu viel mit der Realität gemein haben kann. Da speziell dieses Fehlkonstrukt ein wunderbares Beispiel für das Vorgehen der Propaganda ist, und außerdem sein eifriger Gebrauch unbestreitbar ist, formulieren wir hierzu Frage 4 für den Schlussteil: Was ist dran an diesem „X zahlen für Y“-Spielchen - und welche Faktoren haben tatsächlich gravierenden Einfluss auf Finanzen der Rentenkassen?


Zwischenstand und Ausblick

Mit diesem zweiten Teil zu unserer Beitragsreihe über das Rentenkomplott sollte es gelungen sein, allfälliger Kritik an unserem Vorgehen den Wind weitgehend aus den Segeln zu nehmen. Nicht wir stellen hier unhaltbare Behauptungen auf, sondern es sind die kaum noch zählbaren Protagonisten jener angeblichen demographischen Katastrophe, die solches tun. Nach unseren Berechnungen bleibt als das einzig real Katastrophale von der angeblichen demographischen Katastrophe der Umstand übrig, dass diese inzwischen wohl als in den Köpfen großer Bevölkerungsteile fest verankert gelten kann. Nun – genau dem wollen wir hier ja weiter zu Leibe rücken.

Im Vorangegangenen deuteten sich an diversen Stellen einige Motive für ein in seiner Gesamtheit und in seinem Ausmaß ungeheuerliches Propagandamanöver um die demographische Katastrophe an. Dieses wird in einer geradezu beängstigenden Koordination aus unterscheidlichsten Richtungen betrieben. Es erfolgt auf breiter Front und wird bereits seit Jahrzehnten und über diverse Regierungen hinweg hier und in fast allen Industrieländern vorangetrieben. Außerdem ist es vielerorts von konkreten Regierungs-Maßnahmen flankiert und inzwischen ist nicht mehr zu übersehen, welch massiven Druck sowohl internationale Institutionen wie Weltbank, IWF, UN als auch ungezählte weitere Organisationen und Interessenverbände auf die Regierungen der Industrieländer dieser Welt ausüben, um diese mehr oder weniger offen zur Zerschlagung ihrer Rentensysteme zu nötigen.

Das war der wohl wichtigste Grund – wenn auch nicht der einzige – weswegen der Autor diese Beitragsreihe bewusst mit dem Titel „Das Rentenkomplott“ versehen hat. Im vierten und letzten Teil der Reihe werden wir den hier und im nächsten Teil gestellten Fragen im Zusammenhang nachgehen und dann versuchen, die an diesem Komplett Beteiligten näher zu ermitteln sowie ihre Interessenlagen heraus zu arbeiten.

Im anstehenden dritten Teil sollen zunächst die Auswirkungen einiger der Variationen vorgestellt werden, die uns die Bevölkerungsvorhersagen von destatis bereit stellen [1][2]. Bislang erfolgten sämtliche Aussagen allein auf Basis der dortigen Variante 1 (V1). Da es etliche solcher Variationen gibt, werden diese auf eher höherer Ebene vergleichbar zu Teil 1 behandelt werden – sofern nicht auch uns selbst zum Teil noch unbekannte Ergebnisse eine eingehendere Aufarbeitung erfordern. Soviel kann ich versprechen – es wird auch dort spannend und aufregend… (js).

[1] destatis 11. Bevölkerungsvorausberechnung aus dem Jahr 2006 Hier der Link zur Tabelle
[2] destatis 13. Bevölkerungsvorausberechnung aus dem Jahr 2013 Hier der Link zur Tabelle
[3] destatis Inlandsproduktsberechnung - Lange Reihen ab 1970 - Fachserie 18 Reihe 1.5 - 2015 Link zur Tabelle
[4] Rentenbericht der Bundesregierung 2014 Link zum PDF
[5] Sozialbudget des Bundesministerium für Soziales und Arbeit (BMAS) Link zum PDF

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