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Dr. Hans Joachim Maazvon Leipziger Volkszeitung, Psychoanalytiker Dr. Maaz im Interview

Seit der Bundestagswahl steht der Osten am Pranger, weil hier so viele Menschen AfD gewählt haben. Statt die Wähler zu kritisieren, sollte die Politik auf die Ängste in der Bevölkerung reagieren, fordert Psychoanalytiker Hans-Joachim Maaz.

Leipzig

. Warum so viele Menschen in Ostdeutschland die AfD gewählt haben und wie es nun weiter geht, das beantwortet Psychoanalytiker Hans-Joachim Maaz. Die LVZ sprach mit ihm.

Der ostdeutsche Mann ist für viele das neue Feindbild. Fast jeder Dritte hat sein Kreuzchen hinter der AfD gemacht. Die Gründe sind auch schnell ausgemacht: Der Ostdeutsche gilt als feige, ungebildet, frustriert. Ist er das?

Ehrlich gesagt, regt es mich auf, wenn auf die Ostdeutschen so plakativ losgegangen wird. Stellen wir doch die Gegenfrage: Warum hat der westdeutsche Mann so gewählt, wie er gewählt hat, sprich für die Fortsetzung einer Politik unter Frau Merkel, die für zahlreiche Fehler steht? Ich nenne nur Euro-Krise, Energiewende oder Grenzöffnung. In diesen Punkten hat die Kanzlerin aus meiner Sicht planlos und falsch gehandelt.

Viele sehen in Angela Merkel eine starke verlässliche Kraft in schwierigen Zeiten, Sie nicht?

Dass sie Verdienste hat, steht außer Frage. Aber angesichts der aufgezeigten Fehler hätte sie gar nicht erst antreten, geschweige denn wieder gewählt werden dürfen. Man könnte jetzt westdeutschen Wählern vorwerfen, dass sie das verleugnen und feige sind. Macht aber keiner.

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Bild: Hans-Joachim-Maaz-Stiftung

 

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