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antijagd

Plädoyer für die sofortige Beendigung der Jagd in Deutschland.

 In Deutschland gibt es ca. 380.000 Jäger, diese rühmen sich damit jedes Jahr 5 Mio. (!) Tiere zu töten.

Tierschützer gehen sogar von Zahlen bis zu 9 Mio. aus.[1]

Hinzu kommt noch eine unbekannte Anzahl von Wildtieren, die schwer verletzt werden, jedoch noch fliehen können und im oft tagelangen Todeskampf qualvoll verenden bzw. Tiere, die in der offiziellen Statistik ohnehin nicht erfasst werden, z.B. ca. 100 000 Enten, die bei der Ausbildung von Jagdhunden erst grausam verstümmelt und dann als "Übungsmaterial" verbraucht werden, oder auch durch Wilderer geschossene Tiere, allein bei Greifvögeln geht man von bis zu 10 000 Exemplare jährlich aus.[2] [3] Auch die kaum beachtete Fallenjagd tötet viele Wildtiere bzw. verletzt sie so schwer, dass sie leidvoll sterben. Gleiches gilt für Haustiere wie Hunde und Katzen, auch sie geraten immer wieder in die heimtückischen Fangeisen.

Überdies werden Boden und Gewässer mit dem Blei der verschossenen Projektile und Schrotkugeln vergiftet, was nicht nur die Tierwelt, sondern auch den Menschen schwere gesundheitliche Schäden zufügt, auch Tiere, die durch die Jagd nicht direkt betroffen sind, werden Opfer der sinnlosen Ballerei, bspw. stirbt jeder dritte Seeadler in Mecklenburg-Vorpommern an einer durch Flintenschrot ausgelösten Bleivergiftung. [4]

Die Jägerei ist auch für ein rasantes Ansteigen von Wildunfällen verantwortlich, Tiere, die bei der Treibjagd in Panik vor bewaffneten Menschen und scharf gemachten Hunden fliehen, werden auf Autobahn und Landstraße getrieben und verursachen Verkehrsunfälle, bei denen nicht selten auch Menschen verletzt oder gar getötet werden. Der bekannte Zoologe und Dozent an der Universität München,Prof. Josef H. Reichholf, meint hierzu: "Der Mensch ist der Feind, vor dem das Wild flieht, fliehen muss, um zu überleben - auch dann, wenn die Flucht vors Auto führt"

Die Gründe, besser gesagt Ausflüchte, der Jäger, warum dennoch getötet werden darf/soll, sind allesamt wissenschaftlich widerlegt.

Die Jagd auf den Fuchs wird dadurch begründet, er würde Tollwut und den Fuchsbandwurm übertragen. Dies ist Unsinn, Deutschland ist nachgewiesenermaßen "tollwutfrei".[5] Eine andere Ausrede, warum tierisches Leben vernichtet werden muss, ist die vermeintliche Übertragung des Fuchsbandwurms beim Verzehr von Wildbeeren.Auch dieses Jägermärchen ist widerlegt, es hat sich noch nie (!) ein Mensch durch Wildbeeren-Essen mit dem Fuchsbandwurm infiziert. Ironischerweise sind die, die am häufigsten tatsächlich mit dem Fuchsbandwurm infiziert werden, die Jäger. Würde man also die Jagd einstellen, würde auch deren Leben geschützt werden.[6]

Jäger behaupten auch gerne, die Jagd sei dringend notwendig, weil z.B. das Wildschwein eine Gefahr darstelle, sei es durch Wildunfälle (s.o.), herbei halluzinierte Angriffe auf Menschen oder den Schaden, den die Borstentiere bei Bauern durch das Fressen von Kartoffeln anrichten.

Hier gilt es ganz klar zu sagen: Umso mehr die Wildschweine bejagt werden, desto höher ist die Vermehrungsrate!

Die Formel dazu lautet: Schäden durch das Fressen von Kartoffeln->verstärkte Bejagung->erhöhte Fortpflanzungsrate->mehr Wildschweine= noch mehr Einbußen bei der Kartoffelernte. [7]

Eine weitere beliebte Begründung, warum es notwendig sei wehrlose Tiere heimtückisch über den Haufen zu schießen, ist die Behauptung, dass z.B. Rehe für "Wildverbiss" verantwortlich seien, dieser würde den Wuchs von Pflanzen verzögern bzw. sie absterben lassen und damit den Wald als Ganzes schädigen. Abgesehen davon, dass dies nunmal der Lauf der Natur wäre, ist die Aussage schlichtweg erfunden, wie der Waldzustandsbericht der Bundesregierung eindeutig belegt. Hier werden ganz andere Gründe für Waldschäden genannt. [8]Der geringfügige Wildverbiss, der durch Rehe tatsächlich verursacht wird, wird erst durch die Jagd selber hervorgerufen. Da der natürliche Lebensraum der Rehe Wiesen und Waldränder sind, wo sie sich von Gräsern und Kräutern ernähren, sie aber auf Flucht vor dem Waidsmann in den Wald hinein getrieben werden und dort einen neuen Lebensraum für sich erobern, müssen sie das fressen, was sie dort vorfinden, und das sind eben Knospen u.ä.

Es gäbe noch eine Reihe von weiteren Faktoren, die gegen die Jagd sprechen, zu nennen, dies würde jedoch den Rahmen dieses Artikels sprengen.Belassen wir es bei diesen Ausführungen, sie sind stichhaltig genug.

Festzuhalten bleibt: Es gibt keinen vernünftigen Grund zur Jagd, alles spricht dagegen, nichts spricht dafür. 

[1]http://www.wildtierschutz-deutschland.de/2011/07/jager-toten-uber-neun-millionen-tiere.html

[2]https://www.derwesten.de/politik/streit-um-jagdhunde-ausbildung-mit-lebenden-tieren-id4992578.html

[3]http://www.presseportal.de/pm/66306/2446043

[4]https://www.svz.de/regionales/mecklenburg-vorpommern/tote-seeadler-jeder-dritte-stirbt-an-blei-id12500536.html

[5]http://www.bmel.de/DE/Tier/Tiergesundheit/Tierseuchen/_texte/TollwutfreiesDeutschland.html?nn=432826

[6]http://www.apotheken-umschau.de/Infektion/Fuchsbandwurm-auch-in-der-Stadt-ein-Problem-155609.html

[7]http://www.abschaffung-der-jagd.de/fakten/studiegegenwildschweinjagd/index.html

[8]http://www.bmel.de/DE/Wald-Fischerei/Waelder/_texte/Waldzustandserhebung.html#doc3617160bodyText3

Bild: Pinterset

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